Berunfsunfähigkeitsversicherung: Versicherungsschutz oft ohne Ausschlüsse

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.11.2016

Berufsunfähigkeitspolicen haben unter Verbrauchern nicht den besten Ruf. Wer den Versicherungsschutz wegen hoher Risiken im Job am dringendsten benötigt, erhält ihn oft nicht oder nur mit hohen Zuschlägen oder Ausschlüssen, heißt es häufig. Eine aktuelle Auswertung der deutschen Versicherungswirtschaft beweist nun allerdings, dass das nicht unbedingt stimmt.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU oder BUV, bietet Versicherungsschutz für alle, die auf ihre Arbeitskraft angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Diese elementare Versicherung ist nicht nur für Arbeitnehmer in Jobs mit hohen Risiken wichtig, beispielsweise Dachdecker – grundsätzlich kann Berufsunfähigkeit jeden treffen. Und entgegen landläufig verbreiteter Gerüchte erhalten die meisten Antragsteller den BU-Versicherungsschutz offenbar doch problemlos und ohne Ausschlüsse oder Zuschläge.

75 Prozent erhalten Versicherungsschutz ohne Vorbehalte

Dies geht aus einer Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, für die 720.000 Versicherungsanträge für die Berufsunfähigkeitspolicen analysiert wurden. Demnach erhielten drei Viertel der Antragsteller den von ihnen gewünschten Versicherungsschutz ohne Vorbehalte. Wegen zu hoher Risiken abgelehnt wurden hingegen nur vier Prozent der Anträge. Bei weiteren fünf Prozent der BU-Anträge kam es ebenfalls nicht zum Abschluss. In diesen Fällen lag es allerdings nicht an einer Weigerung der Assekuranzen, sondern daran, dass der Antragsteller sich nicht zurückmeldete.

Jeder Neunte muss Ausschlüsse akzeptieren

Rund jeder neunte Antragsteller musste allerdings Ausschlüsse bei seiner BU-Versicherung hinnehmen. Darunter fallen beispielsweise Leistungsausschlüsse aufgrund bestimmter Vorerkrankungen. So ist es beispielsweise nicht unüblich, dass bei einem Kunden, der vor Vertragsabschluss bereits einen Bandscheibenvorfall erlitten hat, die Police einen Leistungsausschluss für Rückenleiden enthält. Wenn Krankheiten, für die Ausschlüsse vorliegen, zu einer Berufsunfähigkeit führen, greift der Versicherungsschutz nicht. Ein Prozent der BU-Versicherten trifft es noch härter: Sie müssen nicht nur Ausschlüsse akzeptieren, sondern zudem auch noch Risikozuschläge zahlen.

Zuschläge für besondere Risiken in der Praxis eher selten

Dass Gerücht, dass die Versicherer bei besonderen Risiken oft hohe Zuschläge verlangen, entkräftet die GDV-Untersuchung hingegen. Insgesamt mussten nur bei drei Prozent aller abgeschlossenen Verträge Risikozuschläge gezahlt werden. Als zuschlagspflichtige Risiken gelten zum einen bestimmte Vorerkrankungen, die über kurz oder lang zu einer Berufsunfähigkeit führen können, typische Beispiele hierfür sind Allergien, Asthma oder starkes Übergewicht. Auch bestimmte gefährlichere Hobbys, beispielsweise die Teilnahme an Autorennen oder Fallschirmspringen, werden bei manchen Versicherungsgesellschaften als besondere Risiken bewertet, für die dann ein Prämienzuschlag fällig wird. Nicht eingerechnet sind hier allerdings Zuschläge für Berufsgruppenrisiken, die beispielsweise bei den bereits erwähnten Dachdeckern, aber auch bei Bäckern und Polizisten, als besonders hoch gewertet werden. Diese werden direkt in den Tarif eingerechnet und nicht separat über Zuschläge verrechnet.

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

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