Bundesbank warnt vor deutscher Immobilienblase

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.05.2017

In Deutschland nimmt das Risiko einer Immobilienblase der Bundesbank zufolge immer weiter zu. Laut Bundesbankvorstand Andreas Dombret gefährde derzeit noch keine Blase die Finanzstabilität, doch stehe die Ampel dafür auf Gelb. Während Geldinstitute riskantere Geschäfte eingehen, geht die Preisentwicklung für Immobilien, insbesondere in Großstädten, weiter durch die Decke.

Bei der Gefahr einer Immobilienblase in Deutschland steht „die Ampel auf Gelb“. So sieht es der Bundesbankvorstand Andreas Dombret angesichts zunehmend riskanter Geschäfte von Banken und rasant steigender Immobilienpreise. Vor allem in Großstädten geht die Preisentwicklung immer stärker in die Höhe. Die drohende Blase sei laut Dombret noch nicht stabilitätsgefährdend, berge jedoch Risiken.

Der Immobilienmarkt überhitzt

„Im Moment gibt es in Deutschland keine Immobilienblase, die die Finanzstabilität gefährdet.“, doch gleichzeitig stehe „die Ampel auf Gelb.“ Diese Auffassung vertritt der Bundesbankvorstand Andreas Dombret bei einem Vortrag vor dem Institut für Bank- und Finanzgeschichte.

Besonders in den Großstädten überbieten sich die Immobilienpreise immer wieder, und auch die Kreditvergaben der Banken nehmen weiter zu. Das Platzen einer so drohenden Immobilienblase wäre gefährlich für die Finanzstabilität des Landes, die aktuelle Situation bietet für die Deutsche Bundesbank damit Anlass zur Warnung.

Insgesamt sind die Wohnimmobilienpreise in Deutschland in den letzten sechs Jahren um 30 Prozent gestiegen und haben seit 2016 nochmals angezogen. In 127 Städten hat sich der Immobilienpreis seit 2010 verdoppelt. Für deutschen Metropolen wie Hamburg, Frankfurt, Köln, München oder die Hauptstadt Berlin lag die Preissteigerung sogar bei etwa 60 Prozent. Dombret, der im Bundesbankvorstand für die Bankenaufsucht verantwortlich ist, sieht in diesem Klima Indikatoren für eine höhere Risikobereitschaft, wie etwa das Kreditvolumen und die Vergabebedingungen.

Die Gefahr der Lage

Es zeichnet sich zwar noch nicht ab, dass die Geldinstitute völlig regellos mit der Vergabe ihrer Immobilienkredite umgehen, doch deutet viel auf stärkere Risikonahme. Um die Problematik im Auge zu behalten, erheben die Bundesbank und die Finanzaufsicht Bafin in einer Niedrigzinsumfrage nähere Informationen zu den Krediten der Wohnimmobilien. Frischgebackene Bauherren sichern sich die niedrigen Zinsen langfristig, und das höhere Zinsänderungsrisiko versetzt Dombret in Sorge. Während 2009 weniger als ein Viertel der Immobilienkredite für Wohnhäuser Zinsbindungsfristen mit einer Laufzeit von über zehn Jahren hatten, waren es Anfang des letzten Jahres gut 40 Prozent.

Durch die gestiegenen Immobilienpreise werden entsprechend größere Kredite nötig, und die Hausbauer verschulden sich in absoluten Zahlen höher.

Weitere Meldungen des Tages

  • Rally-Ende für Dax: Nach mehrfachem Anlauf bis zum Allzeithoch von 12.648 Punkten holt der Dax zum Wochenende bei 12.595 Punkten erstmal Luft.
  • Brexit-Konflikt: In der Brexit-Debatte wird es nicht still. Die EU droht, den Handel mit Euro-Wertpapieren nur noch in der EU zuzulassen. Großbritanniens Banken müssten das Milliardengeschäft ins Ausland verlagern.
  • Öl-Talfahrt: Die Ölpreise verlängern am Freitag ihre Talfahrt. Mit der Unterschreitung der 45-Dollar-Marke fielen sie auf den Stand von vergangenem November zurück.

Quellen: Handelsblatt, Spiegel

Aktuelle News

Regierung plant Verbesserung der Restschuldversicherung
Regierung plant Verbesserung der Restschuldversicherung
Im Fall von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod kann ein Kredit für den Nehmer oder dessen Hinterbliebene zur großen Belastung werden. Vor dem Zahlungsausfall soll die Restschuldversicherung schützen,...
Stärkstes Wirtschaftswachstum seit einem Jahr
Stärkstes Wirtschaftswachstum seit einem Jahr
Die deutsche Wirtschaft ist weiterhin auf Erfolgskurs und startete schwungvoll ins Jahr 2017. Angetrieben von steigenden Unternehmensinvestitionen, einem verbesserten Außenhandel, dem Bauboom und einem...
Nullzinspolitik: 436 Milliarden Euro Zinseinbußen für Sparer
Nullzinspolitik: 436 Milliarden Euro Zinseinbußen für Sparer
Die Europäischen Zentralbank hat den zentralen Zinssatz mit null Prozent auf einen historischen Tiefstwert gesenkt. Diese Zinspolitik kommt deutsche Sparer einer aktuellen Rechnung nach teuer zu stehen....

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und Amazon-Gutschein gewinnen!