Bundesnetzagentur drängt auf schnellen Netzausbau

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.03.2015

Die Bundesnetzagentur drängt auf den schnellen Netzausbau und sucht damit die Konfrontation mit Horst Seehofer (CSU). Bayerns Weigerung, neue Stromtrassen zu bauen, bremst die Energiewende aus. Eine erneute Prüfung der Ausbaupläne der deutschen Stromnetzbetreiber zeigt aber, dass die Nord-Süd-Stromtrassen unverzichtbar sind. Der Ausbau sei entscheidend für den Erfolg der Energiewende.

Die Energiewende in der Bundesrepublik gerät angesichts der Blockadehaltung Bayerns zunehmend ins Stocken. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet, geht die Bundesnetzagentur auf direkten Konfrontationskurs mit Ministerpräsident Horst Seehofer, der sich nach wie vor gegen den Ausbau neuer Stromtrassen sperrt und stattdessen neue Gaskraftwerke bauen möchte.

Bundesnetzagentur: Drei der Nord-Süd-Trassen dringend notwendig

Die Bundesnetzagentur hat die von den deutschen Netzbetreibern überarbeiteten Pläne zum Netzausbau erneut geprüft und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: „Im Kern zeigt sich, dass insbesondere die großen Nord-Süd-Verbindungen weiterhin als energiewirtschaftlich notwendig und vordringlich einzustufen sind. Der Bedarf wird durch die Prüfungsergebnisse der Bundesnetzagentur zum wiederholten Mal klar belegt“, erklärt Netzagentur-Präsident Jochen Homann. Zumindest drei der umstrittenen Trassen, über die Ökostrom aus Windparks im Norden des Landes nach Süddeutschland transportiert werden soll, würden dringend gebraucht. In Bayern existieren heute schon Versorgungsengpässen beim Strom. Eine Verschärfung der Situation ist zu erwarten, da im Rahmen der Energiewende bis 2022 drei bayerische Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen.

Erfolg der Energiewende abhängig vom Netzausbau

Der seit Monaten anhaltende Konflikt mit der bayerischen Landesregierung hat inzwischen auch die EU auf den Plan gerufen. EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete beklagt, dass die Verzögerungen beim Bau einiger Leitungen in Deutschland erheblich seien. Auch die Bundesnetzagentur drängt auf eine schnelle Lösung: „Der rasche Ausbau unseres Stromübertragungsnetzes hat mit dem zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien und dem näher rückenden endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie an Dringlichkeit weiter zugenommen“, so Netzagenturchef Homann in der „SZ“. Er sieht in dem zügigen Netzausbau eine Schlüsselfrage für den Erfolg der Energiewende. Beim jüngsten Spitzentreffen der Koalition zu diesem Thema gab es keine Annäherung, bis Ende Juni soll nun ein Kompromiss gefunden werden.

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