Bundesrat bewilligt Solvency II

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.03.2015

Die EU-Vorgaben von Solvency II wurden jetzt in deutsches Recht umgesetzt. Versicherer müssen zukünftig ihr Eigenkapital erhöhen und das Risikomanagement verbessern. Das entsprechende Gesetz wurde gerade bewilligt und tritt mit Wirkung zum 1. Januar 2016 in Kraft. Bis dahin haben die Versicherer noch viele Detailarbeiten zu erledigen.

Es fehlt nur noch die Unterschrift von Bundespräsident Joachim Gauck, damit die Solvency II-Vorgaben der EU in Deutschland pünktlich zum 1. Januar 2016 in Kraft treten können. Ab diesem Zeitpunkt bleiben Versicherern laut „FAZ“ 16 Jahre Zeit, ausreichend Eigenkapital aufzubauen und das eigene Krisenmanagement so zu verbessern, dass zukünftige Krisenzeiten sicher überstanden werden können. Im Gegenzug werden den Versicherern mehr Freiheiten bei der Geldanlage eingeräumt. So sollen die Unternehmen auch in Zeiten niedriger Sparzinsen ausreichende Renditen erwirtschaften, um ihre Zusagen gegenüber den Versicherten einhalten zu können.

Mehr Eigenkapital für mehr Flexibilität

Durch die Bewilligung des Gesetzes zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen stimmte der Bundesrat der Umsetzung der europäischen Solvency-II-Vorgaben in deutsches Recht zu. Anbieter von Kapitallebensversicherungen oder von Produkten zur privaten Altersvorsorge wie der Riester-Rente müssen demnach in den nächsten Jahren mehr Eigenkapital aufbauen. Durch den höheren Bestand an Eigenkapital sollen riskantere Anlagen gegen etwaige zukünftige Finanzkrisen abgesichert werden. Im Umkehrschluss dürfen die Versicherer die Einlagen ihrer Kunden dann flexibler und mit besseren Renditechancen anlegen. Auf diese Weise erhalten die Versicherer die Möglichkeit, ihre Anlagestrategie in Zeiten niedriger Sparzinsen anzupassen, um die von ihren Kunden erwarteten Renditen zu erwirtschaften. Letztlich sollen also auch die Kunden vom neuen Krisenmanagement profitieren.

Solvency II erfordert noch Detailarbeit

Neben den geänderten Bestimmungen für Eigenkapital und Anlagevorschriften enthält Solvency II auch neue Anforderungen an die Unternehmensorganisation und umfangreiche Berichtspflichten. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte, kämen auf die Versicherer bis zum Ende des Jahres noch umfangreiche Detailarbeiten zu, damit die Umsetzung des Gesetzes ab dem 1. Januar 2016 beginnen kann. So stünden den Versicherungsunternehmen zahlreiche Genehmigungsverfahren und Tests bevor. Der GDV fordert die verantwortlichen Aufsichtsbehörden dazu auf, „mit Augenmaß zu agieren“, um besonders kleinere Unternehmen mit der neuen Flut an Leitlinien und Standards nicht zu überfordern.

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