Bundesregierung senkt Konjunkturprognose für 2017

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.04.2016

Die Konjunkturprognose der Bundesregierung für das Jahr 2017 fällt niedriger aus als bisher angenommen. In der Frühjahrsprojektion wurde sie um 0,3 Prozentpunkte gesenkt. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel blickt trotzdem optimistisch auf das Wirtschaftswachstum. Der Industrieverband korrigiert hingegen bereits die Prognose für das laufende Jahr nach unten.

Die Bundesregierung hat die Konjunkturprognose für das kommende Jahr auf einen Wert von 1,5 Prozent gesenkt. Bisher war sie für 2017 von einem Wirtschaftswachstum um 1,8 Prozent ausgegangen. Für das laufende Jahr bleibt es aber bei einem geschätzten Wachstum um 1,7 Prozent.

Wirtschaftswachstum: Sigmar Gabriel bleibt optimistisch

Nachdem einige Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognose für das kommende Jahr bereits nach unten korrigiert haben, geht nun auch die Bundesregierung von einem etwas geringeren Wirtschaftswachstum aus. In ihrer Frühjahrsprojektion rechnet sie für 2017 nur noch mit einem Plus von 1,5 Prozent.

Dennoch blickt die Regierungskoalition optimistisch in die Zukunft. „Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft wird sich in diesem und im kommenden Jahr fortsetzen“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bei der Präsentation. Als wichtige Stützen benannte er den privaten Konsum sowie den Bauboom. Auch bei einem leicht nachlassenden Wirtschaftswachstum rechnet die Bundesregierung für 2017 mit einer Rekordbeschäftigung von 43,9 Millionen Erwerbstätigen. Im kommenden Jahr werden ihrer Einschätzung nach außerdem die Nettolöhne und -gehälter um voraussichtlich 2,2 Prozent steigen – im aktuellen Jahr sollen es laut Prognose 2,6 Prozent sein.

Industrieverband senkt Konjunkturprognose für 2016

Gleichzeitig ist der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) skeptisch, was das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr angeht: Nachdem er bisher von einem Wachstum von zwei Prozent ausgegangen war, korrigierte er seine Konjunkturprognose für 2016 nun nach unten. „Wir rechnen jetzt für dieses Jahr mit einer Spanne von 1,5 bis knapp zwei Prozent“, erklärte BDI-Präsident Ulrich Grillo gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Auch angesichts niedriger Ölpreise und Nullzinsen sei das Wachstum in Deutschland bescheiden. „Die große Koalition tut zu wenig für die Wirtschaft, unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit wird nicht gefördert. Das wird uns auf die Füße fallen“, so Grillo.

Quelle: „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“

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