Bundesregierung warnt vor Altersarmut

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.10.2016

In einer aktuellen Analyse warnt die Bundesregierung vor dem Risiko von Altersarmut, die vielen Bundesbürgern bei fehlender privater Vorsorge droht. Vor allem Angestellte mit geringem Einkommen und viele Selbstständige sind gefährdet, im Alter zu wenig Geld zur Verfügung zu haben. Es zeigt sich aber auch: Die Unterschiede bei den Alterseinkommen sind groß.

In ihrem „Alterssicherungsbericht 2016“ warnt die Bundesregierung zukünftige Rentner vor Altersarmut. Ohne zusätzliche private Vorsorge sei eine gute Absicherung im Alter für viele Bürger kaum möglich, da das Versorgungsniveau in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen werde.

Geringverdiener und Selbstständige sind besonders gefährdet

Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ), der die Analyse der Bundesregierung vorliegt, berichtet, dass das Risiko der Altersarmut vor allem bei Geringverdienern groß ist. Bei Selbstständigen sind die Einkommen im Alter allerdings auch sehr ungleich verteilt: Bei beinahe die Hälfte gehen pro Monat weniger als 1.000 Euro auf dem Girokonto ein. Für einen auskömmlichen Lebensabend reicht das nicht. Der sogenannte Alterssicherungsbericht wird alle vier Jahre vom Bundesarbeitsministerium erstellt und beruht auf einer Befragung von TNS Infratest. Die Angaben der über 30.000 Befragten wurden auf die Bevölkerung hochgerechnet.

Zusatzeinkünfte schützen vor Altersarmut

Der Bericht zeigt, dass die gesetzliche Rente immer noch den größten Anteil des Einkommens der Bundesbürger nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben stellt. Viele Rentner haben aber auch Zusatzeinkünfte, die für ein höheres Einkommen sorgen und sie vor Altersarmut schützen. Knapp ein Drittel erhält zum Beispiel Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge, die im Durchschnitt 418 Euro einbringen. Eine ähnliche Summe erhält ein Teil der Senioren aus privaten Versicherungen. Durch Zinseinkünfte für Geldanlagen bekommen Ehepaare in Westdeutschland im Schnitt 282 Euro im Monat, Alleinstehende 178 Euro. Wer eine eigene Immobilie besitzt, verfügt im Alter grundsätzlich über ein höheres Einkommen als Mieter. Ehepaare, die ihr Wohneigentum vermieten, nehmen damit durchschnittlich 947 Euro ein.

Große Unterschiede bei den Einkommen der Rentner

Es zeigt sich aber auch, dass Männer im Alter im Schnitt deutlich mehr Geld zur Verfügung steht als Frauen: Während Rentner im Schnitt ein Alterseinkommen von 1.700 Euro netto haben, sind es bei Rentnerinnen fast 600 Euro weniger. Die Einkünfte, die Beamte im Alter erhalten, sind mit durchschnittlich 2.300 Euro netto besonders hoch.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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