Commerzbank: Firmenkunden zahlen Negativzinsen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.02.2016

Jeder zehnte Firmenkunde bei der Commerzbank muss Negativzinsen für größere Beträge zahlen, die nicht für den Zahlungsverkehr benötigt werden. Nachdem bereits seit 2014 solche Strafgebühren für große Konzerne fällig werden, sind mittlerweile auch mittelständische Firmenkunden betroffen. Negativzinsen für Privatkunden werden bislang noch nicht erhoben.

Wie die „Welt“ berichtet, werden bei der Commerzbank Negativzinsen erhoben, wenn Unternehmen größere Summen auf ihren Konten lagern, die sie nicht für den Zahlungsverkehr benötigen. Mittlerweile sind nicht mehr nur große Konzerne, sondern auch mittelständische Unternehmen von den Strafgebühren betroffen.

Negativzinsen für Geldreserven

Wenn Firmenkunden bei der Commerzbank hohe Guthaben auf ihren regulären Konten parken, fallen für diese überschüssige Liquiditätsreserve Gebühren an. Laut einem Sprecher der Bank gehe es allerdings nicht in erster Linie um die tatsächliche Erhebung der Negativzinsen, sondern darum, alternative Anlagekonzepte zu finden, die für den Kunden interessant sein könnten.

Wenn eine solche Anlage nicht zustande kommt, sind aber Strafzinsen von aktuell 0,3 Prozent zu zahlen. Das entspricht dem Wert, die auch die Europäische Zentralbank (EZB) als Zinsen von Kreditinstituten verlangt, die Geld bei ihr lagern.

Nun auch mittelständische Firmenkunden betroffen

Bereits 2014 sah sich die Commerzbank gezwungen, Negativzinsen von Firmenkunden zu erheben, und war damit das erste bedeutende Kreditinstitut innerhalb der Euro-Zone, das diesen Schritt wagte. Hintergrund für die Gebühren sind die negativen Zinsen, die die Bank selbst an die EZB zahlen muss. Zu dem Zeitpunkt waren allerdings nur große Konzerne von der Erhebung der Gebühren betroffen. Negativzinsen für Mittelständler und Privatkunden hatte die Commerzbank damals noch ausgeschlossen.

Nun tritt die Bank allerdings auch an mittelständische Firmenkunden heran, die größere Geldreserven liquide halten. Nach eigenen Angaben hat die Commerzbank rund 100.000 Mittelstandskunden, was nach ihrer Definition einem Unternehmensumsatz von 2,5 bis 250 Millionen Euro entspricht. Und jedem zehnten dieser Unternehmen sollen nun Negativzinsen drohen. Auf die Einlagen von Privatkunden, beispielsweise auf Girokonten sollen jedoch weiterhin keine Negativzinsen erhoben werden, erklärte ein Sprecher der Bank gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

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