Commerzbank: Quartalsbericht zeigt tiefrote Zahlen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.08.2017

In der Bilanz für das zweite Quartal klafft ein tiefes Loch. Der Abbau von mehr als 7.000 Stellen drückte die Commerzbank, wie von Analysten erwartet, noch tiefer in die roten Zahlen. Auch das operative Geschäft verlief im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schlechter und die Aktie des Kreditinstituts fällt zum Börsenstart deutlich. Die Höhe der Verluste beziffert sich auf rund 637 Millionen Euro.

Analysten hatten zwar rote Zahlen erwartet, doch die Verluste des zweiten Quartalsberichts fielen noch höher aus als erwartet. Insgesamt beziffern sie sich auf rund 637 Millionen Euro. Die Bilanz der Commerzbank hat unter dem Abbau von über 7.000 Stellen zu leiden und auch das operative Geschäft lief nicht so gut wie noch ein Jahr zuvor. Zum Börsenstart sackte auch die Aktie des Kreditinstituts ein.

Commerzbank in der Verlustzone

Tiefer als erwartet drückt der Abbau von rund 7.000 Stellen die Commerzbank in die roten Zahlen und zum Handelsauftakt liegt der Kurs der Aktie 2,3 Prozent im Minus und notiert bei 10,95 Euro. Unterm Strich verzeichnete die Bilanz des zweiten Quartals einen Verlust von 637 Millionen Euro. Noch im Vorjahr erzielte das Kreditinstitut einen Gewinn von 215 Millionen Euro. Im Tagesgeschäft musste ebenfalls zurückgesteckt werden, denn der operative Gewinn sank von 351 auf 183 Millionen Euro. Die Gesamteinnahmen gingen derweil von 2,24 auf 2,07 Milliarden Euro zurück.

Dass der derzeit laufende, umfassende Konzernumbau sich amortisiert, dürfte noch etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Aus dem Verkauf der Zentrale in Frankfurt steht der Commerzbank in diesem Jahr zumindest ein Sonderertrag von 390 Millionen Euro bevor. Bis zum Jahresende wird von Finanzvorstand Stephan Engels trotz derzeitiger Durststrecke ein leicht positives Endergebnis erwartet.

Die nahe Zukunft der Bank

Seit Beginn des Umbaus hat die Commerzbank über eine halbe Million Kunden gewonnen, 100.000 kamen zusätzlich von der Tochter Comdirekt mit der Übernahme des Online-Brokers Onvista. „Im Kundenwachstum liegen wir über Plan, auch weil wir investiert haben“, äußerte sich Vorstandschef Martin Zielke. „Bis sich das in Ertragswachstum niederschlägt, wird aber noch etwas Zeit vergehen.“

Für Abfindungen und ähnliche Kosten hatte das teilverstaatlichte Kreditinstitut 807 Millionen Euro zurückgestellt und angekündigt, bis 2020 rund 9.600 Vollzeitstellen zu streichen, an den Filialen jedoch festzuhalten. Grund für den höher als erwartet ausfallenden Verlust ist ein schwächeres operatives Geschäft. Der operative Gewinn des ersten Halbjahres lag mit 515 Millionen Euro 19 Prozent niedriger als im Vorjahr. In einer Mitteilung gab die Commerzbank als Gründe zudem mehr Einsatz für die Kundengewinnung und die Digitalisierung des Geschäfts an.

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Quellen: Handelsblatt, Wirtschaftswoche

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