Commerzbank-Studie: Immobilienpreise zehn Prozent zu hoch

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.03.2017

Laut einer Studie der Commerzbank liegen zwischen den aktuellen Immobilienpreisen und einer fairen Preisgestaltung Welten. Der anhaltende Immobilienboom führte laut der Erhebung zu Übertreibungen um bis zu zehn Prozent. Das neue Rechenmodell, dem die Studie zu Grunde liegt, stellt die Preise volkswirtschaftlichen Faktoren gegenüber. Die Ergebnisse deuten auch in nächster Zeit nicht auf ein Absinken der Preise.

Die Immobilen in Deutschland boomen und boomen. Diese Entwicklung geht laut einer Studie der Commerzbank deutlich zulasten der Preise. Im Vergleich zu einer angemessenen Preisgestaltung sieht die Erhebung des Kreditinstituts um bis zu zehn Prozent übertriebene Kaufpreise. Dem Bericht liegt ein neues Rechenmodell zu Grunde, das die Kosten mit verschiedenen volkswirtschaftlichen Faktoren vergleicht. Für die Zukunft prognostiziert die Studie anhaltenden Boom und weitere Preissteigerungen.

Immobilienpreise im Höhenflug

Das Geldhaus diagnostiziert dem Immobilienmarkt in einer Studie von den Städten bis aufs Land zu hohe Preise. Das neue zugrundeliegende Rechenmodell der Commerzbank hat die Preise für Häuser unter Berücksichtigung von Faktoren wie dem durchschnittlichen Einkommen, den Baukosten, Zinsen, Arbeitslosenzahlen und der demographischen Entwicklung untersucht. Heraus kamen Preise, die vom Institut als fair eingestuft werden und in Diskrepanz zur aktuellen Marktlage stehen. Die Commerzbank sieht auch in nächster Zukunft kein Absinken, sondern eher weiteren Anstieg – was die benötigte Finanzierungssumme, etwa für einen Immobilienkredit, weiter anheben würde.

Marco Wagner, Ökonom der Commerzbank, glaubt erst mit einer deutlichen Erhöhung der Zinsen wieder an ein Abklingen des Booms. Bislang sei diese jedoch nicht in Sicht und Bankkunden könnten in Zeiten von Niedrig- und Nullzinsen keine Einnahmen durch ihr Erspartes erwarten. Damit würden sich auch weiterhin viele einer vergleichsweise sicheren Geldanlage in Form von Immobilien zuwenden. Zuletzt hatte die deutsche Bundesbank die Übertreibungen in begehrten Metropolen auf fünfzehn bis dreißig Prozent geschätzt.

Vorerst kein Ende in Sicht

Bisher geht die Commerzbank noch nicht von einer unmittelbaren Gefahr für die deutsche Wirtschaft aus. Die Verschuldung von Privathaushalten halte sich ebenso wie das Aufblähen des Bausektors in Grenzen. Sollte der Boom jedoch noch länger anhalten, könnten die Korrekturen der Übertreibungen die Wirtschaft belasten. Seit gut zehn Jahren sieht das Institut einen Anstieg der „fairen“ Preise. Eine Überschreitung sei hingegen seit etwa dem Beginn des Jahres 2015 zu verzeichnen. Das Modell, das sich auf Ansätze der Europäischen Zentralbank stützt, berücksichtigt nicht die Angst der Deutschen vor Unsicherheiten. Diese könnte angesichts von Nullzinsen und anderen Schwierigkeiten den Boom weiter bekräftigen.

Quellen: FAZ.de, Spiegel.de

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!