Datenschutzfrage: Sparkasse teilt Informationen mit Paydirekt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.08.2017

Um mit Big Playern wie Paypal mithalten zu können, muss der deutsche Bezahldienst Paydirekt Nutzer gewinnen. Kunden, die bei der Sparkasse Online-Banking betreiben, gehören im Rahmen einer „Komfortregistrierung“ nun dazu. Viele Nutzer und Verbraucherschützer zeigen sich empört über die Zwangsregistrierung, der die Kunden explizit widersprechen müssen, wenn sie kein Paydirekt-Nutzerkonto wollen. Nun ist es an den Landesdatenschutzbehörden über die Rechtmäßigkeit zu entscheiden.

Kunden des Online-Bankings der Sparkasse sind jetzt auch Kunden des deutschen Bezahldienstes Paydirekt. Dafür sorgte eine „Komfortregistrierung“, der die Nutzer widersprechen müssen, sollte der Zwangs-Account unerwünscht sein. Viele Verbraucherschützer wie auch Kunden reagieren aufgebracht über die Handhabung, die jetzt von den Landesdatenschutzbehörden geprüft wird. Mit dem Schritt sollen mehr Kunden an Paydirekt herangeführt werden, um in Konkurrenz zu Größen wie Paypal bestehen zu können.

Prüfung der Rechtsgrundlage

Es ist eine Maßnahme der Sparkassen, die zur Erhöhung der Paydirekt-Nutzerzahlen beitragen soll. Doch der Schritt stößt seitens der Kunden und Verbraucherschützer nicht nur auf Gegenliebe. Nun prüfen Medienberichten zufolge Landesdatenschutzbeauftragte in Hessen und Thüringen die sogenannte „Komfortregistrierung“ und eventuelle Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz. Seit August informieren zahlreiche Sparkassen ihre Kunden über eine Änderung der AGB ihres Girokontos, die nun auch die Nutzung von Paydirekt beinhalte. Wer nicht innerhalb eines Zeitraums von zwei Monaten widerspricht, stimmt dem Schritt zu. 

Für die Einrichtung des Accounts werden Stammdaten der Sparkassen-Kunden an den Online-Bezahldienst weitergeleitet. Da die Nutzer anschließend nur noch einen Aktivierungslink anklicken und ein Passwort vergeben müssten, betiteln die Sparkassen das Verfahren als „Komfortregistrierung“. Einem Sprecher zufolge würden fast alle Sparkassen mitmachen und so rund 1,7 Millionen Kunden angeschrieben. Die Unbedenklichkeit des Verfahrens wird beispielsweise vom Thüringer Landesdatenschutzbeauftragten und dem Hessischen Datenschutzbeauftragten massiv in Zweifel gezogen.

Mittel im Konkurrenzkampf

Die Sparkassen zeigen sich hingegen überzeugt von der Rechtmäßigkeit der Komfortregistrierung. Primär dürften mangelnde Registrierungen für die Zwangs-Accounts gesorgt haben. Der Bezahldienst benötigt diese derweil dringend, um sich weiter auf dem Markt zu etablieren. Ein weiteres Problem liegt in der Nutzer-Händler-Problematik: Für mehr Nutzer benötigt der Dienst viele Händler – Händler wünschen sich hingegen viele aktive Nutzer. Eigenen Angaben zufolge zählt Paydirekt eine Million registrierte Nutzer und 1.200 Händler. Über das Zahlungsvolumen oder die Aktivität gibt der Dienst allerdings keine Auskunft. Im Konkurrenzkampf mit Paypal tut sich Paydirekt immer noch schwer. Hierzulande hat der Onlinedienst-Riese eigenen Angaben zufolge 18,9 Millionen aktive Nutzer und die Akzeptanz von 15 Millionen Händlern auf der ganzen Welt im Rücken.

Quellen: Heise, Futurezone

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