DAX fällt nach US-Wahlergebnis

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.11.2016

Nach dem Sieg des Republikaners Donald Trump fiel der deutsche Börsenkurs um ungefähr zwei Prozentpunkte. Die Politik des neuen US-Präsidenten wird als unberechenbar eingestuft. Deswegen ist es für viele Anleger derzeit riskant zu investieren. Die Folgen von Trumps Außenpolitik auf den europäischen Markt sind noch nicht klar abzusehen.

Die Umfrageergebnisse ließen zum Börsenschluss am Vortag noch auf einen Wahlsieg der Demokratin Hillary Clinton schließen. Aufgrund dieser Spekulationen stiegen die Aktienwerte zum Anfang der Woche. Doch am Mittwochmorgen litten vor allem die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank unter dem Wahlsieg Trumps. Auch Daimler, die einen großen Markt in den Vereinigten Staaten einnehmen, verloren am Morgen über vier Prozentpunkte.

Allerdings ist der Absturz nicht so schlimm wie erwartet. Experten rechneten mit dem Risiko, dass der DAX unter die magische Grenze von 10.000 Punkten fallen könnte. Die deutsche Börse rief noch vor Eröffnung den Systemstatus „Fast-Market“ aus. Hierbei werden besonders hohe Kursschwankungen erlaubt. Dadurch wird verhindert, dass der Handel eventuell zum Stillstand kommt.

Donald Trumps Sieg war unter Anlegern nicht vorhergesehen

Obwohl Trumps Umfragewerte in den letzten Wochen stiegen, hatten Anleger beim gestrigen Börsenschluss nicht mit einem Sieg der Republikaner gerechnet. Zwar war seine Konkurrentin Hillary Clinton vom FBI beschuldigt worden, leichtfertig mit streng geheimen E-Mails hantiert zu haben. Diese Vorwürfe wurden allerdings am Sonntag fallen gelassen. Deswegen hatten Anleger und Experten erwartet, dass sich die Umfragewerte und damit die Chancen auf einen Wahlsieg verbessern. Die Börse erholte sich daraufhin am Anfang der Woche.

Langfristige Auswirkungen noch nicht abzusehen

Ob Trumps Wahlsieg langfristig negative Auswirkungen auf die deutsche Börse haben wird, ist noch nicht vorherzusehen. Vorerst rechnen die Anleger aufgrund der sprunghaften und unberechenbaren Politik des Milliardärs mit einem Rückgang von Investitionen. Dazu kommt, dass der 45. Präsident der Vereinigten Staaten wirtschaftlich eine Politik des Protektionismus verfolgt. Das bedeutet, dass er die inländischen, also die US-amerikanischen, Firmen stärken möchte. Dies wird erreicht, indem es ausländischen Anbietern erschwert wird, sich auf dem Markt zu etablieren. Mit Hilfe von höheren Zöllen oder Subventionen für einheimische Hersteller wird der Absatz für ausländische Unternehmen weniger rentabel.

Für Deutschland könnte das bedeuten, dass der Handel mit Amerika zurückgeht oder sogar einschläft. Als größte Volkswirtschaft der Welt sind die USA einer der wichtigsten Handelspartner.

Quellen: FAZ, Spiegel

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