DAX unbeeindruckt von britischer Wahl

Zuletzt aktualisiert am 10.06.2017

Die britische Premierministerin Theresa May musste in den Parlamentswahlen am Donnerstag überraschend ihr absolute Mehrheit einbüßen. Der deutsche Leitindex zeigt sich jedoch unbeeindruckt von der Wahlschlappe der Regierungschefin und steigt vor Börsenstart leicht an. Analysten zeigen sich derweil unschlüssig über die weiteren Auswirkungen des Ergebnisses, das auch von einer Abwahl des harten Brexits kündet.

Üblicherweise schlagen die Börsenbarometer bei politischen Unsicherheiten Alarm, doch diesmal zeigt sich der deutsche Leitindex gänzlich unbeeindruckt. Gestern musste die britische Premierministerin Theresa May bei den Parlamentswahlen den Verlust der absoluten Mehrheit hinnehmen. Gleichzeitig scheint es das Aus für den von ihr angestrebten harten Brexit. Wie sich die Ergebnisse auf den deutschen Finanzmarkt auswirken werden, ist laut Analysten noch unklar.

Gelassenheit auf den Finanzmärkten

Trotz der augenscheinlichen Unsicherheit um die britische Regierungsbildung reagieren die Finanzmärkte geradezu stoisch - anders als bei den Wahlen zu Brexit und US-Präsident Trump. Selbst das britische Pfund, das einige Verluste hinnehmen musste, konnte diese über Nacht wieder reduzieren. Derzeit liegt der Wert der Währung 1,3 Prozent niedriger als noch am Donnerstag und weit entfernt vom Brexit-Tiefststand von 1,1841 Dollar im Herbst. Jörg Krämer, dem Chefvolkswirt der Commerzbank, zufolge wurden dem harten Brexit bei der Wahl eine Absage erteilt: „Damit ist eine Einigung mit der EU auf längere Sicht wahrscheinlicher geworden. Deshalb halten sich die Verluste des britischen Pfunds in Grenzen“. Der DAX wartete vor dem freitäglichen Börsenstart sogar mit leichten Gewinnen und einem Stand von knapp 12.740 Punkten auf. Die Marke von 12.800 Punkten scheint wieder in greifbare Nähe gerückt.

Unklarheit bei weiterer Entwicklung

Der Analyst Neil Wilson hält das Wahlergebnis für die „größte Sensation in der britischen Politik seit vergangenem Juni“. Die Möglichkeit dieser Situation sei von Investoren nicht wirklich in Betracht gezogen worden zu sein. Wenn sich nun doch der sanfte Brexit bewahrheiten sollte, so könne das Pfund angesichts der Aussichten auf das Wirtschaftswachstum wieder zulegen. Die Anleger setzen hier klar auf den Labour-Chef Jeremy Corbyn. Aus Expertensicht hängt alles von der Entscheidung über den neuen Premierminister ab. Ric Spooner, Chef-Analyst bei Broker CC Markets sieht unschlüssig in die Zukunft: „Eine geringere Mehrheit der Konservativen könnte den Brexit-Hardlinern innerhalb der Regierung ein größeres Gewicht geben. Bei einer Koalitions-Regierung könnte das Gegenteil der Fall sein, das würde ein stärkeres Gewicht für moderate, globalisierungsbefürwortende Kräfte bedeuten“.

Weitere Meldungen im Überblick

  • VW-Kernmarke steigert sich: Volkswagen lieferte im Mai mehr Wagen der Kernmarke aus als noch im Vorjahr. Am stärksten sind die Zuwächse in Osteuropa und Südamerika.
  • Santander streicht: Sollten die spanischen Geldinstitute Santander und die Banco Popular Español fusionieren, könnten insgesamt 3.000 Stellen wegfallen.
  • Opels Verkauf: Die Übernahme Opels durch den PSA könnte bereits im Sommer stattfinden. Ein Opel-Sprecher nannte den 31. Juli als frühestmöglichen Zeitpunkt.

Quellen: Handelsblatt, Manager Magazin

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