DAX verliert nach Brexit-Rede weniger als erwartet

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.01.2017

Zu Beginn der Woche stürzten der DAX und insbesondere das britische Pfund aufgrund der Angst der Anleger erstmal weit in die Tiefe. Während der Brexit-Rede konnte der DAX seine anfänglichen Verluste jedoch deutlich reduzieren: Entgegen der Erwartungen kündigte die britische Premierministerin an, im Brexit Kompromisse eingehen zu müssen. Theresa Mays vorgeschlagene Lösung beinhaltet beispielsweise einen weitgehend zollfreien Zugang Großbritanniens zum EU-Binnenmarkt.

Der Deutsche Aktienindex, der vor der lang erwarteten Rede Mays erst einmal auf 11.425 Punkte herabfiel, konnte sich danach mit einem gesamten Tagesminus von nur 0,13 Prozent auf 11.540 Punkte retten.

Vor der Rede hatte die britische Premierministerin angekündigt, eine klare Trennung zwischen Großbritannien und der EU anzustreben. Nun schien es aber eher so, als würde sie Kompromisse eingehen, um die britische Wirtschaft nicht zu stark zu gefährden.

Auch das Pfund litt unter der Ankündigung

Anleger zeigen sich erleichtert, dass die Pläne von Theresa May so glimpflich ausfielen. Die britische Währung fiel am Anfang der Woche noch relativ stark, da er aufgrund der Verunsicherung über die Härte des Austritts unter Druck geriet. Zwar sagte May, dass sie keine Teil-Mitgliedschaft oder ähnliches anstrebe - sie möchte sich allerdings an Ländern orientieren, die für Großbritannien attraktive Lösungen bereits genießen. Damit bezog sie sich beispielsweise auf Norwegen.

Das skandinavische Land ist kein EU-Mitglied, hat aber vollen Zugang zum europäischen Binnenmarkt. Dafür muss es sich am EU-Haushalt beteiligen, EU-Bürgern erlauben, dort zu arbeiten sowie einen großen Teil der EU-Gesetze übernehmen. May möchte nicht zu einem Auseinanderbrechen der EU beitragen und auch weiterhin gute Kooperationen gewährleisten. Während der Rede konnte der Pfund wieder aufholen und den bisher höchsten Stand des Jahres erreichen.

So reagiert Deutschland auf den Brexit

Deutsche Unternehmen fürchten einen harten Brexit, da er den Handel negativ beeinflussen könnte. Merkel fordert die deutsche Wirtschaft dazu auf, gemeinsam gegen den Protektionismus und für einen starken Binnenmarkt einzustehen. Der gesamte Einfluss auf den Geldmarkt könnte weitreichend sein - besonders Branchen wie die Automobilindustrie sind auf Großbritannien als Absatzmarkt angewiesen.

Quellen: Manager Magazin, Welt

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