Deutsche Bank 2016 erneut mit Milliardenverlust

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.02.2017

Deutschlands größtes Geldhaus schließt das vergangene Jahr mit einem Nettoverlust von 1,4 Milliarden Euro. Aufgrund der zahlreichen Altlasten aus Rechtsstreits und dem Konzernumbau hat die Deutsche Bank auch in diesem Jahr rote Zahlen geschrieben. Verglichen mit dem Rekordverlust von fast sieben Milliarden Euro im Vorjahr sieht der Konzern sich jedoch im Aufstieg begriffen. Bank-Chef John Cryan zeigte sich zuversichtlich und erwartet für das laufende Geschäftsjahr wieder Gewinne.

Die Bilanzen der Deutschen Bank wurden durch große Rechtsstreitigkeiten und den Umbau auch in diesem Jahr in die roten Zahlen gedrückt. Mit 1,4 Milliarden Euro hat das größte Geldhaus Deutschlands zwar einen hohen Netto-Verlust verzeichnet, doch liegt dieser weit unter dem des Rekordjahres 2015, das mit über sieben Milliarden zu Buche schlug. Laut Konzernchef Cryan zeigten diese Zahlen die Widerstandsfähigkeit der Deutschen Bank. Er prognostizierte aufgrund eines vielversprechende Starts Gewinne für 2017.

Das Dilemma der Deutschen Bank

Trotz der optimistischen Töne des Bankchefs liegt der Verlust höher als erwartet. Analysten hatten mit knapp 700 bis 900 Millionen gerechnet. Ein Hauptgrund für das erneute Minus sind milliardenschwere Strafzahlungen wegen des Hypothekenbetrugs in Amerika und der Einigung in der russischen Geldwäscheaffäre. Während in den ersten drei Quartalen 2016 noch Gewinne erzielt werden konnten, rissen die Zahlungen des letzten Quartals ein Loch in die Jahresbilanz. Mit dem Umbau der Bank und auftretenden Marktturbulenzen sei laut Cryan auch mit starker Kapital- und Liquiditätsposition kaum ein positiver Abschluss möglich gewesen.

Bezüglich der Auszahlungen von Dividenden an Aktionäre wollte der Bank-Chef hingegen keine Aussagen treffen. Zwar handle es sich dabei um das erklärte Ziel, doch sei es noch zu früh, um eine dahingehende Einschätzung zu geben. Auch die Mitarbeiter bekamen den erneuten Verlust zu spüren und so sanken die Ausgaben für Boni und Gehälter um über eine Milliarde Euro. Mitte Januar hatte die Bank erklärt, dass vom Vorstand bis zur mittleren Führungsebene auf Zulangen verzichtet werden müsse. Der angekündigte große Stellenabbau konnte hingegen auf ein Minimum reduziert werden.

Hohe Erwartungen an 2017

Nachdem der Aktienkurs auf den tiefsten Stand der Firmengeschichte gefallen und bereits von der Pleite des Kreditinstituts die Rede war, scheint sich die Lage zu entspannen. John Cryan steht nun vor der Aufgabe, der Deutschen Bank neuen Sinn zu verliehen.

Die Kernkapitalquote liegt bei 11,9 Prozent und ist damit die höchste seit zwölf Quartalen. Die Kennziffer zeigt die Deckung von Risikooptionen und damit die Belastbarkeit gegen Verluste. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass der Höhepunkt der Altlasten überwunden ist und 2017 so erfolgreich weitergehen wird, wie es begann.

Quellen: Spiegel, FAZ, Welt 

 

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