Deutsche Bank: Abschaffung des Bargelds wäre fatal

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.01.2017

Der Trend lässt sich leicht erkennen: Bargeld verliert immer mehr an Bedeutung. Andere Zahlungsmittel wie Online- oder Kartenzahlungen werden beliebter, über eine Abschaffung des 500-Euro-Scheins wird schon länger diskutiert. Die Deutsche Bank warnt jetzt vor den Folgen einer endgültigen Bargeldabschaffung. „Es könnte zu einem Vertrauensverlust der Öffentlichkeit in den Euro und in das gesamte Finanzsystem kommen“, schreiben Experten.

Stimmen, welche die Abschaffung des Bargelds fordern, werden immer lauter. In der Studie „Bargeld, Freiheit und Verbrechen“, welche die Deutsche Bank vergangene Woche veröffentlichte, widerlegen sie nun viele Argumente der Bargeld-Gegner.

Das bringen die Bargeld-Gegner als Argumente an

Das Hauptargument der Gegner ist, dass die vermehrte Nutzung von Bargeld kriminelle Machenschaften unterstütze. Die so genannte Schattenwirtschaft - also alle Arbeiten, die mit Schwarzarbeit oder kriminellen Geschäften zu tun haben - wäre unbedingt auf Bargeld angewiesen. Die Deutsche Bank analysierte, dass Länder mit einer größeren Schattenwirtschaft auch ein erhöhtes Bargeldaufkommen hätten. Die Bargeldabschaffung würde aber die Schattenwirtschaft nicht aufhalten. Durch den Mehraufwand beim Geldtransfer würde diese Art der Wirtschaft maximal um zwei bis drei Prozent sinken. 

Bei kriminellen Geschäften international agierender Verbrecherbanden wären die Auswirkungen größer. Es würde durch den Transport physischer Wertgegenstände oder beispielsweise Prepaid-Kreditkarten als Bargeldersatz und die Verwendung falscher Identitäten bei Banken oder Online-Zahlsystemen ein hoher Mehraufwand entstehen. Die Experten würden einen Rückgang von 20 Prozent erwarten. 

Außerdem wären ohne Geldtransfers keine Auslandsüberweisungen mehr möglich, was auch einige Probleme aufwerfen würde.

Das sind die Vorteile von Bargeld

Der Hauptgesichtspunkt der Analyse war allerdings der Nutzen von Bargeld für den gewöhnlichen Verbraucher. Im Endeffekt ist eine Bargeldzahlung immer noch deutlich sicherer als Kartenzahlung. Auf 24.600 echte Geldscheine kommt im Zahlungsverkehr eine Fälschung. Bei Kartenzahlungen geschieht bei allen 5.300 Zahlungen eine Manipulation. 

Außerdem sind Kartenzahlungen für Banken mit Kosten verbunden. Der Nutzer bekommt davon zwar nichts mit, da die Gebühren meist von der Bank übernommen werden. Bargeld funktioniert, beispielsweise im Gegensatz zur Kreditkarte, darüber hinaus auch im Notfall. Bei einem Notstand oder einem Stromausfall könnte weiter mit Bargeld bezahlt werden. Auch bei einem eventuellen Kollaps des Bankensystems oder einer Finanzkrise, welche die Auszahlung von Geldern behindern könnte, wäre Bargeld das bessere Reserve-System. 

Bei der Freiheit verschiedener Bezahlmethoden sollte der Nutzer bei Girokonten weiterhin im Fokus stehen. Die Abschaffung von Bargeld würde außerdem jeden Bürger unter Generalverdacht stellen - dadurch würde das Vertrauen in die Regierung erheblich sinken.

Quellen: FOCUS Online, Epoch Times

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