Deutsche Bank: John Cryan kündigt Einschnitte an

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.03.2017

Nach Milliardenverlusten und anderen Schwierigkeiten wird es nun ernst bei der Deutschen Bank. Konzern-Chef John Cryan bereitet das größte deutsche Bankinstitut auf immense Einschnitte durch die Vollintegration der Postbank vor. Diese würde laut Cryan zum Wegfallen ganzer Filialen führen und auch Stellenstreichungen seien unvermeidlich. Während im Ausland ebenfalls der Abbau droht, sieht der Vorstandschef Probleme im Wettrüsten der Managergehälter.

Die Postbank steht kurz vor der Vollintegration durch die Deutsche Bank. Vorstandschef John Cryan hat in seinen jüngsten Ankündigungen zur Konzernzukunft keinen Hehl um die Einschnitte der nächsten Zukunft gemacht. Durch die Integration stehen die Streichungen von Filialen aber auch Jobs an und auch im Ausland drohe Abbau. Das größte Deutsche Bankinstitut muss diese Hürde nun nach Milliardenverlusten und anderen Probleme überwinden. Cryan sieht derweil im Wettrüsten der Managergehälter weitere Schwierigkeiten

Integration führt zu harten Kürzungen

Die Deutsche Bank kündigte eine rasche Abwicklung der Integration der Postbank an und John Cryan ließ keine Zweifel an den bevorstehenden Einschnitten. Laut des Vorstandschefs würde der Übergang mehr Jobs kosten, als neue geschaffen werden könnten. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung würden sich auch die Filialen verringern. Konkrete Zahlen liegen bislang nicht vor, doch soll noch vor Ablauf des Jahres ein Plan für die Integration vorgestellt werden.

Erst am Wochenende wurde die Übernahme bestätigt. Gerade war die Postbank aus dem Konzern entflochten worden, ein Verkauf ließ sich hingegen nicht realisieren. Die Zusammenführung lässt Betriebsräte einen immensen Jobverlust befürchten. Im ganzen Konzern der Deutschen Bank wurde, zum Leidwesen des Privatkundengeschäftes, bereits mit der Schließung von Filialen und dem Abbau von 9.000 Stellen begonnen. In diesem Rahmen prüfe die Bank Finanzexperten zufolge auch das Geschäft im europäischen Ausland.

Veränderungen und Cryan als mögliche Konstante

Vorstandchef Cryan äußerte sich in einem Interview offen gegenüber einer Verlängerung seines Vertrags nach 2020, wenn es gelinge, die Renditen und den Erfolg der Bank zu verbessern. Laut Insidern sei der Druck auf die Bank hoch und eine potenzielle Verkleinerung des europäischen Geschäftes würde dann parallel zur Vollintegration verlaufen. Die Deutsche Bank wollte sich dazu bisher nicht äußern. Trotz Kritik an den erwirtschaften Ergebnissen bekräftigte die Bank, am Geschäft in allen fünf Ländern festzuhalten.

In der Debatte um die Managerboni forderte Cryan zu mehr Verantwortung der Betriebsräte auf. Der Wunsch nach immensen Gehältern für Vorstandschefs würde zu einem ungesunden Wettrüsten aufrufen. Cryan und der Vorstand der Deutschen Bank hatten zuletzt auf ihre Boni verzichtet. Bei einem Grundgehalt von 3,8 Millionen sehe der Konzern-Chef persönlich keinen Grund zur Beschwerde.

Quellen: n-tv, Handelsblatt

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