Deutsche Bank muss erneut Millionenstrafe zahlen

Zuletzt aktualisiert am 24.04.2017

Zum wiederholten Mal wird der Deutschen Bank in Amerika eine Geldstrafe auferlegt. Die US-Notenbank Federal Reserve teilte am Donnerstag mit, Bußgelder in Höhe von insgesamt 156,6 Millionen Dollar (146,2 Millionen Euro) gegen das Kreditinstitut verhängt zu haben. Der Vorwurf: Die größte deutsche Bank soll ihre Aufsichtspflichten verletzt haben.

Nach den abgeschlossenen Untersuchungen über etwaige Regelverstöße am Devisenmarkt wirft die amerikanische Notenbank Fed der Deutschen Bank Aufsichtsversagen und Verstöße gegen die Devisenmarktbestimmungen vor. Aufgrund dessen verhängte die Zentralbank am Donnerstag eine erneute Bußgeldzahlung gegen den deutschen Bankriesen. Fast 157 Millionen US-Dollar Strafe werden für die Verstöße fällig.

Aufsichtsversagen kostet Deutsche Bank Millionen

Rund 157 Millionen US-Dollar werden die jüngsten Regelverstöße die Deutsche Bank kosten. Dabei wurde der größte Teil der Geldstrafe - 136,9 Millionen Dollar - wegen der vorgeworfenen Verletzung der Aufsichtspflicht verhängt.

Die US-Notenbank Fed erklärte, dass die Deutsche Bank weder entdeckt noch verhindert habe, dass sich ihre Händler in elektronischen Chatrooms mit Konkurrenten und Rivalen über vertrauliche Marktinformationen austauschten. Mangelnde interne Kontrollen seien für „gefährliche und unsolide Geschäftspraktiken“ des deutschen Kreditinstituts verantwortlich.

Verstoß gegen die „Volcker Rule“

Die restlichen 19,7 Millionen Dollar des Bußgeldes muss die Deutsche Bank wegen Verstößen gegen die sogenannte „Volcker-Rule“ zahlen. Diese Regel verpflichtet die Geschäftsbanken in Amerika, den Eigenhandel zu großen Teilen aufzugeben. Die Spekulation auf eigene Rechnung ist an den Finanzmärkten damit weitestgehend untersagt. Erlaubt ist der Eigenhandel nur noch, wenn durch ihn eigene Risiken abgesichert werden. Die Deutsche Bank weise bei der Umsetzung der „Volcker Rule“ „signifikante Lücken“ in elementaren Bereichen auf, so die amerikanische Notenbank Fed.

Die nach dem ehemaligen Notenbanker Paul Volcker benannte Regel ist zentraler Bestandteil des 2010 von Barack Obama verabschiedeten „Dodd-Franck Act“, der den Finanzmarkt regulieren soll. Bereits im Februar kündigte US-Präsident Trump an, das Dekret seines Vorgängers überprüfen zu wollen.

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Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel, Handelsblatt, Focus

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