Deutsche Bank überrascht mit positiver Quartalsbilanz

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.04.2017

Gute Nachrichten für Vorstandschef John Cryan: Die Deutsche Bank ist besser ins Jahr 2017 gestartet, als zunächst vermutet wurde. Vor Abzug der Steuern kam das Geldhaus auf ein Ergebnis von 878 Millionen Euro, was einen Anstieg von 52 Prozent bedeutet. Analysten hatten mit zehn Millionen Euro weniger gerechnet. An der Börse konnte das Finanzinstitut allerdings weniger gut durchstarten und auch die geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen blieben ihm nicht erspart.

Nach dem Skandal um das mit Millionenstrafen in den USA verbundene Aufsichtsversagen der Deutschen Bank im vergangenen Jahr scheint sich das Kreditinstitut langsam zu erholen. Das legen zumindest die vorgelegten Ergebnisse aus dem ersten Quartal dieses Jahres nahe: Mit einem Brutto-Ergebnis von 878 Millionen Euro verzeichnet das größte deutsche Geldhaus ein Wachstum von 52 Prozent. Experten hatten im Vorhinein lediglich 868 Millionen prognostiziert. An der Börse schwächelt die Deutsche Bank dennoch.

Cryan zufrieden, die Börse bleibt skeptisch

Die positiven Zahlen sind insbesondere dem Anleihehandel zu verdanken, der im ersten Quartal florierte. Schon zu Beginn des Monats hatte Vorstandschef Cryan im Zuge einer Kapitalerhöhung angekündigt, wieder das Investmentbanking vermehrt in den Fokus zu nehmen: „Ich bin zufrieden mit unserem Start ins Jahr 2017. Das Kundengeschäft läuft sehr erfreulich, wir verzeichnen in allen Bereichen der Bank Zuflüsse, und die Aktivität an den Märkten erholt sich.“

Allerdings kann die Deutsche Bank nicht in allen Bereichen positive Tendenzen verzeichnen. Die Aktie fiel zuletzt um 3,9 Prozent auf 16,67 Euro und gehörte damit zu den DAX-Verlierern. Händler begründen das mit dem noch nicht vollständig wieder hergestellten Vertrauen, das Börsianer dazu bewegt, kurzfristige Gewinne schnell abzuschöpfen statt längerfristig zu investieren.

Zusätzlich nehmen die Erträge des Unternehmens weiterhin ab. Im ersten Quartal lagen sie neun Prozent niedriger als im Vorjahresquartal.

Umstrukturierungsmaßnahmen gehen weiter

Aus diesem Grund hält die Deutsche Bank weiterhin an den geplanten Plänen zur Restrukturierung fest. Von den bis 2018 abzubauenden 9.000 Arbeitsplätzen wurden bereits knapp 3.300 gestrichen.

103 der 188 zu schließenden Filialen wurden ebenfalls bereits aufgegeben. Ziel ist die stetige Vereinfachung der Unternehmensstrukturen, die dem Geldinstitut langfristig wieder zu alter Größe verhelfen soll.

Hierzu soll auch die Vollintegration der Postbank beitragen, für die sich die Deutsche Bank entgegen früherer Pläne für einen Verkauf entschied.

Weitere Meldungen des Tages

  • Teure Kfz-Versicherung für Verkehrssünder: Wer Punkte in Flensburg zu verzeichnen hat und eine Kfz-Versicherung neu abschließen will, wird nun tiefer in die Tasche greifen müssen. Einige Versicherer verlangen inzwischen höhere Beiträge von Versicherten, die in der Verkehrssünderkartei vermerkt sind.
  • Deutsche in Konsumlaune: Dank der inzwischen wieder gesunkenen Inflation investieren deutsche Haushalte wieder mehr Geld in die Wirtschaft. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) rechnet mit einem Anhalten dieser Tendenz im Mai.
  • Milliardenüberschüsse bei Samsung: Der Skandal um brennende Akkus und der Korruptionsverdacht gegen die Führungsspitze konnten dem Elektronik-Hersteller erstaunlich wenig anhaben. Verglichen mit dem Vorjahr stieg der Überschuss nun um 46 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro.

Quellen: Handelsblatt, Spiegel Online, Manager Magazin

Spartipps und News:

Newsletter abonnieren & gratis PDF erhalten

Durch die Nutzung von FinanceScout24 stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.