Deutsche Börse und LSE gehen auf EU-Kommission zu

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.02.2017

Die Deutsche Börse möchte mit der London Stock Exchange fusionieren. Allerdings sind die EU-Wettbewerbshüter sowie die hessische Börsenaufsicht der Fusion noch kritisch gegenüber eingestellt. Nun hatten die beiden Börsenplätze der EU-Kommission vorgeschlagen, die LSE-Tochter Clearnet SA zu verkaufen. Die Frist für Vorschläge ist jetzt abgelaufen und die EU muss entscheiden. Ob dieser Vorschlag die Kommission umstimmen kann, bleibt offen.

Durch die Fusion von Deutscher Börse und der London Stock Exchange soll der größte europäische Handelsplatz für Aktien und weitere Wertpapiere entstehen. Allerdings befürchten die EU-Behörden, dass durch das Zusammenlegen von Clearinghäusern ein Ungleichgewicht im Wettbewerb entstehen könnte. Dies gilt insbesondere bei Geschäften mit Anleihen. Als Clearinghäuser werden Einrichtungen bezeichnet, welche bei Börsentransaktionen das Ausfallrisiko der jeweiligen Handelspartner tragen. Die nötigen Sicherheiten werden von den Marktteilnehmern bereitgestellt. Die EU hatte beiden Börsen nun eine Frist bis zum 07. Februar 2017 gesetzt, um Vorschläge zu machen, wie die Folgen der Fusion abgemildert werden könnten.

Vorschlag schon seit Herbst 2016 auf dem Tisch

Die Deutsche Börse und die LSE hatten der EU-Kommission bereits im Herbst 2016 den Vorschlag gemacht, die Pariser Clearnet SA zu verkaufen. Als möglicher Käufer soll bereits die Euronext bereitstehen. Der Kaufpreis soll im Falle einer Fusion 510 Millionen Euro betragen. Um eine Entscheidung zu finden und die übrigen Marktteilnehmer zu befragen, hat die EU nun die Frist bis zum 13. März 2016 verlängert.

Auch die hessische Börsenaufsicht hat Bedenken

Unabhängig von der EU-Kommission bestehen auch seitens der hessischen Börsenaufsicht Bedenken gegenüber der Fusion der Börsenplätze in Frankfurt und London. Allerdings bezieht sich die Kritik weniger auf die künftige Marktbeherrschung, sondern darauf, dass der Sitz der fusionierten Börse in London sein soll.

Damit würde der Handelsplatz in Frankfurt seine Bedeutung verlieren. Zugleich läge die größte Börse Europas nach dem Brexit außerhalb der EU. Der Brexit hatte ohnehin schon EU-Finanzdienstleister verunsichert. Eine Verlagerung der fusionierten Börse nach London wäre in den Augen vieler Experten ein falsches Zeichen.

Quellen: FAZ, Handelsblatt

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