Deutsche leben günstiger als viele westliche Nachbarn

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.06.2017

Der deutsche Verbraucher bekommt für seinen Euro weniger als den EU-Schnitt – und mehr als seine westlichen Nachbarn. Mit dem Niveau für private Konsumausgaben liegt die Bundesrepublik neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge 3,6 Prozent über dem Durchschnitt innerhalb der Europäischen Union. Niedriger liegen dennoch lediglich Polen und die Tschechische Republik.

Nach neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes bekommen deutsche Verbraucher 3,6 Prozent weniger für ihr Geld als der EU-Schnitt. Dennoch ist das Niveau der privaten Konsumausgaben damit nicht höher als in den meisten anderen Ländern. Tatsächlich liegen lediglich Polen und die Tschechische Republik unter dem berechneten Schnitt. Im direkten Vergleich bekommen die Deutschen mehr für ihren Euro als ihre westlichen Nachbarn.

Weniger ist trotzdem mehr

Es mag ein bisschen wie eine Milchmädchenrechnung anmuten, was die am Freitag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. Denn in Deutschland lebt es sich günstiger als in den meisten Nachbarstaaten – trotz Lebenskosten, die über dem Schnitt in der Europäischen Union liegen. Grund dafür sind vor allem Polen und die Tschechische Republik, die den Schnitt mit sehr niedrigen Lebenshaltungskosten drücken.

Das Preisniveau der privaten Konsumausgaben lag in Deutschland um 3,6 Prozent über dem aus 28 Mitgliedstaaten berechneten Querschnitt. Für die direkten Nachbarn wie Dänemark, Frankreich, die Niederlande und Österreich wird es allerdings noch teurer.

Lebenshaltungskosten in Europa

Am teuersten wird es erneut für den nördlichen Nachbarn Dänemark. Das Preisniveau zeigte hier 38,7 Prozentpunkte über dem Schnitt. Während Länder wie beispielsweise Irland mit 24,6 Prozent über dem Mittelwert liegen, müssen etwa bulgarische Verbraucher nur halb so viel für Waren, Mieten und Dienstleistungen zahlen, wie der Schnitt aller Mitgliedsländer angibt.

Die Erhebung lässt die zum Teil immensen Unterschiede der Einkommen innerhalb der EU-Staaten bislang völlig außer Acht. In ganz Europa muss die Schweiz die höchsten Lebenshaltungskosten hinnehmen. Das Land ist zwar kein EU-Mitglied, doch wurde auch hier erhoben, dass die Verbraucher 61,5 Prozent mehr zahlen als im EU-Schnitt. Unter den nicht EU-Staaten sind die nachfolgenden Spitzenreiter Island (plus 47 Prozent) und Norwegen (plus 39,6 Prozent). Die Schlusslichter der Kategorie bilden Mazedonien (minus 53,6 Prozent) und Albanien (minus 51,2 Prozent).

Weitere Meldungen im Überblick

  • Konjunktur vor Überhitzung: Das Institut für Weltwirtschaft sieht den anhaltenden deutschen Aufschwung 2017 soll die Wirtschaft um 1,7 und 2018 um zwei Prozent wachsen. So drohen die Risiken einer Überhitzung.
  • Schluss mit Roaming: Innerhalb der 28 EU-Staaten fallen die Roaming-Gebühren weg. Über die Landesgrenzen hinweg sind die Preise für SMS, Telefonie und Internet nach dem eigenen deutschen Tarif gerichtet.

Quellen: SPIEGEL, Handelsblatt

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