Deutsche Unternehmen schütten Dividenden-Rekord aus

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.04.2017

Die Dividenden deutscher Börsenunternehmen sind so hoch wie nie: Zum ersten Mal wurden Rekordvolumina von allen vier Börsenindizes aus der DAX-Familie erreicht. Nahezu zwei Drittel der Index-Mitglieder erhöhten ihre die Dividende, wodurch in diesem Jahr mehr als 46 Milliarden Euro ausgeschüttet werden. Für die Aktionäre eigentlich eine hervorragende Nachricht, doch haben deutsche Sparer wenig von diesem Geldsegen.

Eigentlich sind es sehr gute Nachrichten für Aktionäre: In diesem Jahr werden börsennotierte deutsche Unternehmen über 46 Milliarden Euro ausschütten. Erstmals erreichten alle vier Börsenindizes Rekordvolumina und die Dividenden fallen so hoch aus wie nie. Doch obwohl zwei Drittel der Index-Mitglieder aus der DAX-Familie diese erhöhen, profitieren wenige deutsche Anleger.

Dax-Familie knackt 40 Milliarden-Marke

Die Ausschüttungssumme steigt im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent und erreicht damit ein Rekordvolumen von 46,3 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Bei dieser wurden 640 Aktiengesellschaften untersucht und in den vier wichtigsten Auswahlindizes, DAX, MDax, SDax und TecDax, Rekordvolumina verzeichnet. 

DAW-Geschäftsführer Marc Tüngler sieht in den gestiegenen Ausschüttungen einen großen Anteil an den Wertsteigerungen der Aktien. Mit einer Erhöhung von 93 Prozent fällt diese beim MDax-Unternehmen Covestro am größten aus. 

Die geldstärksten Überweisungen kommen mit 31,6 Milliarden Euro und einem Plus von 6,5 Prozent erneut seitens der 30 DAX-Unternehmen. So zahlen Daimler und Allianz jeweils 3,5 Milliarden Euro und mit einer Anhebung zum 25. Jahr in Folge überzeugt Fresenius. 

Abseits der DAX-Königsklasse können MDax-Unternehmen 20 Prozent, SDax-Unternehmen 23 Prozent und TecDax 22 Prozent mehr verteilen als noch im Vorjahr.

Gute Nachrichten – Jedoch hauptsächlich im Ausland

So vielversprechend die Zahlen sind, werden die Dividenden vor allem im Ausland für Jubel sorgen. Der Anteil der Aktien im Ausland liegt bei mehr als 70 Prozent und reicht bei einigen DAX-Konzernen wie SAP, Adidas oder Henkel knapp an die 90 Prozent-Marke. Tüngler attestierte der Aktie in Deutschland ein Schattendasein. Zudem ist laut des Deutschen Aktieninstituts nur jeder siebte Deutsche Aktienbesitzer. 

Die DSW kritisiert die in den vergangenen Jahren gesunkenen Ausschüttungsquoten und fordert Unternehmen auf, die Aktionäre an der Hälfte der Gewinne zu beteiligen. Einige Unternehmen wie die Commerzbank oder RWE machten Verluste und mussten die Dividendenzahlung vollständig einstellen. 

Trotz Gewinnen keine Dividenden zu zahlen, sei jedoch keine Seltenheit. Tüngler mahnte, dass so Probleme entstehen würden, wenn die Zinsen steigen, Euro oder Energiepreise anziehen und dass ohne sie Aktien für Privatanleger weiter unattraktiver blieben.

Quellen: Wirtschaftswoche, Handelsblatt

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