Deutsche verzichten für Wohneigentum auf Urlaub

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.11.2016

Wer Wohneigentum besitzt, muss am Anfang oft sparen, um es zu finanzieren. Viele Deutsche entscheiden sich deshalb laut einer Studie für Konsumverzicht und sehen von größeren Anschaffungen und anderen hohen Ausgaben ab. Am deutlichsten sparen die frischgebackenen Wohneigentümer an Urlaubsreisen.

Menschen, die vor Kurzem erst Wohneigentum erworben haben, müssen finanziell meist kürzertreten und üben Konsumverzicht, um ihren Immobilienkredit zurückzuzahlen. Das bestätigt auch eine gemeinsame Analyse des Forschungsinstituts Empirica und LBS Research. Dafür wurden Daten aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts ausgewertet. Die Wissenschaftler verglichen Mieter- und Eigentümerhaushalte in der Altersgruppe von 30 bis 45 Jahren mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 2.000 bis 3.000 Euro.

Wer neues Wohneigentum hat, spart mehr

Mieter haben zunächst einen größeren Teil ihres Einkommens zur freien Verfügung als Verbraucher, die gerade Wohneigentum erworben haben: 68 Prozent davon können sie nach Abzug von Warmmiete und Sparleistungen noch frei verwenden. Bei jungen Wohneigentümern sind es dagegen nur 57 Prozent des Nettoeinkommens. 18 Prozent verwenden sie für die Bauzinsen und 13 Prozent legen sie monatlich zur Seite – dazu gehören auch Tilgungsleistungen für das Wohneigentum. Deshalb sehen sich die Eigentümer oft zum Konsumverzicht gezwungen und geben weniger Geld aus als die Mieter. Nach rund 15 Jahren ändert  sich das Bild allerdings: Zinsen und Tilgung fallen weniger ins Gewicht und die Eigentümerhaushalte können sich wieder mehr leisten. Im Alter, wenn die Kredite zurückgezahlt sind, haben Haus- und Wohnungsbesitzer dann meist mehr Geld auf dem Girokonto als ihre Altersgenossen ohne Wohneigentum, da sie die Mietkosten einsparen.

Junge Wohneigentümer: Kein Urlaub und Konsumverzicht

Am deutlichsten fällt der Verzicht im Bereich Urlaub aus:  Für Pauschalreisen geben Wohneigentümer 74 Prozent weniger aus als Mieter. Doch auch bei Verkehrsdienstleistungen wie zum Beispiel Taxifahrten wird gespart, Besitzer von Wohneigentum zahlen hierfür 55 Prozent weniger. Sie verzichten anscheinend auch auf vergleichsweise teure Hobbys wie das Motorradfahren und geben so für die Anschaffung oder das Leasing von Krafträdern 41 Prozent weniger aus als Mieter. Auch bei der Anschaffung eines neuen Wagens sparen die Wohneigentümer offenbar – in diesem Bereich haben sie um 18 Prozent geringere Ausgaben als Mieterhaushalte. Luxus und Genuss werden zugunsten des Wohneigentums ebenfalls heruntergeschraubt: 18 Prozent weniger geben Haus- und Wohnungseigentümer für Restaurantbesuche aus, der Tabakkonsum wird um ein Fünftel reduziert. Zu Lasten der eigenen Kinder geht die Sparsamkeit doch offenbar nicht: Bei Spielwaren üben die Wohneigentümer dagegen keinen größeren Konsumverzicht als Mieter. Auch die Ausgaben für Kultur halten sich in beiden Gruppen die Waage.

Quelle: LBS

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