Deutsche wissen wenig über Pflegeleistungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.04.2015

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen sich schlecht über Pflegeleistungen informiert fühlt. Im Falle einer Pflegebedürftigkeit wüssten demnach viele Bundesbürger nicht, was Patienten zustehen würde. Grundsätzlich weiß nur etwa jeder Fünfte überhaupt, was bei einem Pflegefall im persönlichen Umfeld zu tun ist ─ trotz kostenloser Beratungsangebote.

Wenn bei einem nahen Angehörigen oder bei sich selbst eine Pflegebedürftigkeit festgestellt werden würde, wüssten nur wenige Deutsche, was zu tun wäre. Das ergab jetzt eine Umfrage der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP). Für die Umfrage wurden 2.000 Personen befragt, von denen sich die deutliche Mehrheit über Pflegeleistungen zu wenig informiert fühlte und nicht wüsste, wo Beratungsangebote zu finden wären.

Große Unsicherheit bei Pflegebedürftigkeit

Seit dem 1. Januar 2009 haben in Deutschland alle Menschen mit Pflegebedürftigkeit und einem Versorgungs- oder Betreuungsbedarf einen gesetzlichen Anspruch auf eine unabhängige, kostenlose und individuelle Pflegeberatung. Diese Beratung über Pflegeleistungen und die Organisation der Pflege wird von der gesetzlichen Pflegeversicherung an sogenannten Pflegestützpunkten angeboten. Die privaten Pflegeversicherungen bieten über „Compass“, der zentralen Pflegeberatung des Verbands der Privaten Krankenversicherung, kostenlose Telefonberatung und Hausbesuche an ─ für gesetzlich und privat Pflegeversicherte. Dennoch fühlen sich drei Viertel der Befragten weniger gut oder sogar schlecht darüber informiert, auf welche Pflegeleistungen Menschen mit einer Pflegebedürftigkeit einen gesetzlichen Anspruch haben. Weiterhin ergab die Umfrage, dass

  • 60 Prozent der Befragten nicht wissen, dass sie einen Beratungsanspruch haben,
  • 25 Prozent der Teilnehmer eine Beratungsstelle kennen,
  • nur 8 Prozent der Befragten einen konkreten Pflegestützpunkt kennen.

Beratung zu Pflegeleistungen besonders wichtig

Der hohe Anteil an unzureichend informierten Bürgern zeigt, dass die Pflegeversicherung in Sachen Beratung und Kommunikation nachbessern sollte. Denn ein grundsätzliches Interesse am Thema ist vorhanden. Dass eine unabhängige und fachliche Beratung zur Klärung von Ansprüchen auf Pflegeleistungen und dem Umgang mit der Pflegebedürftigkeit wichtig ist, steht für viele der Befragten fest. 57 Prozent gaben an, spezialisierte Beratungsangebote für notwendig zu halten. Bei den Teilnehmern mit Pflegeerfahrungen stimmten dieser Aussage sogar 75 Prozent zu.

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