Deutschland erzielt höchsten Überschuss seit Wiedervereinigung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.02.2017

Der deutsche Staatshaushalt hat seine Kassen überraschend stark gefüllt. Das statistische Bundesamt gab am Donnerstag den höchsten Überschuss seit der Wiedervereinigung bekannt. Bund, Länder, Kommunen und Sozialkassen konnten 2016 insgesamt 23,7 Milliarden Euro mehr einnehmen, als sie ausgaben. Die Gründe für das rasante Wachstum liegen am derzeitigen Konsum- und Bauboom, hohen Staatsausgaben und rückläufiger Arbeitslosigkeit.

Der deutsche Staatshaushalt verzeichnete 2016 ein größeres Plus, als Experten bisher vermutet hatten. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen lagen mit ihren Einnahmen 23,7 Milliarden Euro über ihren Ausgaben. Die vom statistischen Bundesamt veröffentlichen Zahlen zeugen damit vom höchsten Überschuss seit der Wiedervereinigung. Sinkende Arbeitslosenzahlen, massiver Bauboom und hohe Staats- sowie Konsumausgaben haben die Konjunktur im vergangenen Jahr zu Höchstleistungen getrieben.

Wirtschaftsleistung auf Höchstniveau

Das wirtschaftliche Plus lag mit 0,8 Prozent um 0,2 Punkte und damit 4,5 Milliarden Euro höher, als noch im Januar geschätzt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, konnte der Jahreshaushalt zum dritten Mal in Folge mit einem Überschuss geschlossen werden. Im Jahre 2013 wurde mit 0,2 Prozent das letzte Mal ein Defizit gemessen. Am größten war das verzeichnete Plus bei den Sozialversicherungen, die 8,2 Milliarden Euro verbuchten.

Der Bund konnte den Vorjahreswert von zehn Milliarden nicht wiederholen, aber dennoch 7,7 Milliarden verzeichnen. Auch in den Bundesländern und Gemeinden fiel der Schnitt positiv aus. Insgesamt konnte die Behörde in Wiesbaden einen Zuwachs von 1,9 Prozent messen.

Gründe und Aussichten des Wachstums

Deutschland hält seine Vormachtstellung als größte Volkswirtschaft Europas durch verschiedene Faktoren. Die Staatsausgaben hatten, zum Beispiel durch die Unterbringung von Flüchtlingen, ebenso angezogen wie die Konsumausgaben der Verbraucher. Diese profitierten im vergangenen Jahr zudem von den Zinsen auf Tiefniveau. Neben dem Bauboom legte auch die Exportwirtschaft, trotz stärker gestiegener Importe, ein Rekordjahr hin. Nicht zuletzt taten steigende Steuer- und Beitragseinnahmen ihr übriges.

Die Bundesbank rechnet auch im laufenden Jahr mit einer dynamischen Entwicklung. Insbesondere für das erste Vierteljahr prognostiziert die Notenbank eine erneute Stärkung durch weiteren Baumboom und anhaltenden Privatkonsum bei niedriger Arbeitslosenquote. Lediglich in den Energiepreisen sehen die Experten einen potenziellen Dämpfer. Zuletzt hatten auch DAX und Ifo-Index einen optimistischen Kurs der deutschen Unternehmen bezeugt.

Quellen: FOCUS, Spiegel

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