Deutschland mit höchster Inflationsrate seit über vier Jahren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.03.2017

Im Vergleich zum Vorjahr waren im Februar die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch bekanntgab. Dieser Wert stellt die höchste Inflation seit August 2012 dar und sorgt dafür, dass zum ersten Mal seit diesem Zeitpunkt wieder die Zielmarke der EZB erreicht wird. Dafür hauptsächlich verantwortlich ist die Verteuerung der Energiepreise.

Das gefällt der Europäischen Zentralbank: Im Februar hat Deutschland eine Inflation von 2,2 Prozent im Vergleich zu Februar 2016 erreicht und damit seit langem erstmalig die von der EZB festgelegte Sollgrenze überschritten. Diese Inflationsrate stellt gleichzeitig den höchsten Wert seit Sommer 2012 und ist in erster Linie den deutlich gestiegenen Energiepreisen zuzuschreiben.

EZB erfreut, Sparer verärgert

Auslöser für das hohe Inflationsniveau sind die um 7,2 Prozent gestiegenen Energiepreise, insbesondere von Benzin, Diesel und Heizöl. Diese hängen mit der im letzten Jahr beschlossenen Förderkürzung des Ölkartells Opec zusammen, die nun für einen Preisanstieg sorgt. Aber auch Nahrungsmittel sind durch Missernten in vielen südeuropäischen Ländern um deutliche 4,4 Prozent verteuert. Entsprechend hatte die EU-Kommission Deutschland bereits eine angezogene Inflation von 1,9 Prozent vorausgesagt, die nun allerdings noch einmal übertroffen wurde.

Eine Inflation in diesem Ausmaß bedeutet nicht grundsätzlich eine schlechte Nachricht. Per Definition der Europäischen Zentralbank sind zwei Prozent hier sogar notwendig, um langfristige Preisstabilität zu gewährleisten. Verbraucher sehen die Entwicklung allerdings nicht gerade positiv. Denn für sie bedeutet die aktuelle Nullzins-Politik der EZB zur Verhinderung einer Deflation in Kombination mit den deutlich gestiegenen Preisen eine faktische Abwertung ihrer Ersparnisse, Tagesgeld und Festgeld gleichen schon länger nur in Ausnahmefällen die Inflation aus.

Kein langfristiger Effekt erwartet

Einen Grund zum Aufatmen gibt es allerdings: Experten erwarten, dass nach der Energiepreissteigerung im gesamten Euro-Raum zu Beginn dieses Jahres die Teuerungsraten gegen Ende 2017 wieder zurückgehen werden. Mit einer weiteren stetigen Inflationsentwicklung dieser Ausmaße ist also nicht rechnen.

Dennoch wird von der EZB und mit ihr von Mario Draghi nun endgültig eine Änderung des Finanzkurses erwartet, der schon länger von vielen Seiten kritisiert wird. So wird beispielsweise eine Reduzierung der Anleihekäufe sowie eine Abkehr von der Nullzinspolitik gefordert. Vor 2018 sollte mit einer Zinserhöhung hier aber nicht zu rechnen sein.

Quelle: Handelsblatt, Tagesschau, Spiegel, SZ

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