Deutschland sichert knapp 5 Millionen Arbeitsplätze in der EU

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.06.2017

Die Wirtschaft der Bundesrepublik boomt und steht an der Schwelle zur Hochkonjunktur. Zwar bringt der Erfolg Deutschland einen Produktions- und Exportrekord nach dem anderen ein, jedoch auch immer wieder Kritik. Eine Schweizer Studie widerlegt nun, dass die deutsche Leistung zulasten anderer Länder gehen soll. Ihr zufolge sichert die wirtschaftliche Stärke 4,8 Millionen Jobs in den übrigen Staaten der Europäischen Union.

Produktionshochs, Exportrekorde und bevorstehende Hochkonjunktur – die Wirtschaft der Bundesrepublik steht so gut da wie seit Jahren nicht. Der Erfolg ruft jedoch immer wieder Kritiker auf den Plan, die Deutschlands Boom zulasten anderer Länder gehen sehen. Eine Schweizer Studie will nun das Gegenteil bewiesen haben. Insgesamt soll das deutsche Konjunkturhoch 4,8 Millionen Jobs in der Europäischen Union sichern.

Deutsche Wirtschaft sichert EU-Jobs

Das Schweizer Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen Progis diagnostiziert der deutschen Wirtschaft einen großen Beitrag zur Jobsicherung in anderen EU-Ländern. Fast 4,8 Millionen Jobs gehen laut der Baseler, die im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft forschten, auf die Nachfrage nach Vorleistungs- und Industriegütern seitens der deutschen Industrie zurück. 

Auch der Privatkonsum der Deutschen trage zur Sicherung der Arbeitsplätze bei. Die Nachfrage sei ein wichtiger Antrieb zum Wachstum in den Nachbarstaaten, kein bremsender Faktor. Dies hatten Kritiker der Bundesrepublik angesichts von Leistungsüberschuss und immer neuer Exportrekorde wiederholt zum Vorwurf gemacht. Besonders US-Präsident Trump reagierte häufig ungehalten über das Import-Export-Verhältnis der beiden Länder.

Weniger wäre keinesfalls mehr

Würde sich die deutsche Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern, hätte das auch für andere EU-Staaten massive Folgen. Die Wirtschaftsleistung der Länder könnten bis 2023 um bis zu 36 Milliarden Euro niedriger ausfallen. Der VBW-Geschäftsführer Bertram Brossardt entlastet den deutschen Erfolg: „Unsere Studie entkräftet die Mär von der angeblich für unsere Nachbarstaaten schädlichen deutschen Wettbewerbsfähigkeit“. 

Besonders profitieren die direkten Nachbarn von der deutschen Importgüternachfrage. Staaten wie Belgien, Frankreich oder die Niederlande gelten als Hauptlieferanten und auch Italien, Polen und Tschechien decken viel Bedarf. Die Industrie bestreitet hierbei der Löwenanteil, für Konsumgüter entfallen etwa 28 Prozent. Die Studie zeigt vor allem für Polen eine starke Abhängigkeit. Mit 890.000 Arbeitsplätzen ist kein anderer EU-Staat so auf den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands angewiesen.

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Quellen: Spiegel, Zeit

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