Deutschlands Mindestlohn niedriger als bei EU-Nachbarn

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.03.2017

Mit dem neuen Jahr kam in vielen EU-Ländern auch die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns. In Deutschland stieg das Stundengehalt von 8,50 auf 8,84 Euro. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung stellte jedoch in einem nun veröffentlichten Bericht fest, dass die Bundesrepublik damit vielen seiner Nachbarn hinterherhinkt. In anderen westeuropäischen Staaten liege die Lohnuntergrenze bei mindestens 9,25 Euro.

Zuletzt sind die Mindestlöhne in weiten Teilen der Europäischen Union deutlich gestiegen. Auch in Deutschland wurde die Lohnuntergrenze zu Beginn des Jahres von 8,50 auf 8,84 Euro angehoben. Ein Bericht der Hans-Böckler-Stiftung zeigt nun allerdings, dass die Bundesrepublik auch nach der Erhöhung unter dem westeuropäischen Schnitt liegt. Die EU-Nachbarn zeigen sich mit einem Mindestlohn von wenigstens 9,25 Euro großzügiger.

Trotz Erhöhung zu niedrig

Von den 28 EU-Staaten haben sich insgesamt 22 zur gesetzlichen Untergrenze der Entlohnung bekannt und diese zuletzt nach oben korrigiert. Zum Jahresbeginn 2017 hob lediglich Griechenland den gesetzlichen Mindestlohn aufgrund von Vorgaben seiner Geldgeber nicht an. Insgesamt wurden dennoch die stärksten nominalen und, dank der niedrigen Inflation, auch realen Erhöhungen seit 2007 verzeichnet. In einem Bericht der gewerkschaftsverbundenen Hans-Böckler-Stiftung wurden die Untergrenzen vieler EU-Ländern dennoch als zu gering bezeichnet.

Im Vergleich zum mittleren Lohnniveau zeigt sich vor allem der deutsche Mindestlohn mit 8,84 Euro spürbar niedriger als in anderen westeuropäischen Ländern. Hier liegen die Entlohnungen pro Stunde bei mindestens 9,25 Euro. So hinkt die Bundesrepublik Luxemburg (11,27 Euro), Frankreich (9,76 Euro), den Niederlanden (9,52 Euro), Belgien (9,28 Euro) und Irland (9,25) hinterher. In Großbritannien wird mit 8,79 Euro zwar auf dem Papier weniger gezahlt, doch hängt das laut Experten mit der Währungsabwertung im Zuge des Brexit zusammen. Bei einer stabilen Landeswährung würden die Briten mit 9,92 Euro mehr als die Deutschen zahlen.

Starke Unterschiede in den Niveaus

Durchschnittlich wuchsen die Mindestlöhne in den EU-Staaten im letzten Jahr um etwa fünf Prozent. In Süd- und Westeuropa lagen die Werte jedoch weit auseinander. Während Frankreich die gesetzliche Festsetzung um etwa 0,9 Prozent anhob, ließen Belgien (zwei Prozent) und Deutschland (vier Prozent) die Löhne stärker steigen.

Unübertroffen war mit einer Erhöhung von 8,1 Prozent jedoch Spanien, das dennoch nur auf einen Mindestlohn von 4,29 Euro kommt. Ähnlich sieht es in anderen südeuropäischen Ländern wie dem krisengeschüttelten Griechenland aus. Hier liegt die festgelegte Untergrenze bei 3,35 Euro. Weniger bekommen trotz Anhebung noch Osteuropäer wie Polen (2,65 Euro) oder Tschechen (2,44 Euro).

Quellen: Zeit.de, Spiegel.de

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