Diskussionen um Erhöhung von BAföG

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.02.2017

Ginge es nach den Grünen, war die Erhöhung des BAföG-Satzes 2016 nicht ausreichend. Ausschlaggebend für diese Feststellung ist der Alternative BAföG-Bericht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Dieser stellte fest, dass die aktuelle BAföG-Regelung nach wie vor nicht mehr der heutigen Lebensrealität von Studierenden entspricht.

Studierende könnten demnächst Grund zur Freude haben. Ginge es nach den Grünen, könnte der Satz der staatlichen Ausbildungsunterstützung BAföG noch einer schon erfolgten Hochstufung im letzten Jahr um weitere sechs Prozent angehoben werden. Begründet wird die Forderung durch den vom Deutschen Gewerkschaftsbund DGB veröffentlichten Alternativen BAföG-Bericht, der ein Missverhältnis von Studierendenzahl und Förderkapazitäten aufdeckt.

Zu wenig Fördergelder für zu viele Studierende

Nachdem der eigentlich zu Beginn des Jahres fällige BAföG-Bericht der Bundesregierung noch aussteht, schlägt der freiwillig vom DGB herausgegebene sogenannte ‚Alternative Bafög-Bericht’ Alarm. Offensichtlich wurden die zur Verfügung gestellten Fördermittel nicht an die stetig wachsende Studierendenanzahl angepasst. Denn obwohl die Gesamtzahl der in Deutschland Studierenden allein bis 2015 auf 2,8 Millionen zunahm, reduzierte sich die Förderquote derselben zwischen 2012 und 2015 von 19 auf 15 Prozent. Zum Vergleich: Bei Einführung der BAföG-Förderung 1971 betrug der Anteil der Geförderten noch 44,6 Prozent. Immer mehr Studierende sind also auf eine Alternativfinanzierung, zum Beispiel in Form eines Studienkredits, angewiesen. Aufgrund der vorgelegten Zahlen sind die Grünen daher zu der Überzeugung gelangt, dass die erst im Herbst 2016 in Kraft getretene Erhöhung des maximalen Fördersatzes von 670 auf 735 Euro nicht ausreicht. Daher soll zum Herbst dieses Jahres der Satz um weitere sechs Prozent erhöht werden, während gleichzeitig die Einkommensfreibeträge um drei Prozent steigen sollen.

BAföG sei nicht an massiv gestiegen Lebenshaltungskosten angepasst

Neben der steigenden Zahl Studierender sind laut der Linken aber auch andere Faktoren für die unzureichende Förderung durch BAföG verantwortlich. So wurde das in seinen Grundfesten noch aus den 1970er-Jahren stammende Konzept insgesamt nicht ausreichend an die moderne Lebenssituation der Studierenden angepasst. Die in den letzten Jahren eklatant gestiegenen Mietpreise in deutschen Groß- und Unistädten werden hier nämlich genauso wenig berücksichtigt wie die heute deutlich längeren Studienzeiten. Schließlich beenden nur rund 40 Prozent ihr Studium in Regelstudienzeit. Ebenfalls nicht zeitgemäß sei die generelle Nichtförderung von Teilzeitstudiengängen.

Quellen: Handelsblatt.com, moz.de, Spiegel.de

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