DIW: Steuereinnahmen übersteigen Erwartungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.09.2015

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) werden die Steuereinnahmen des deutschen Staates in diesem Jahr um fünf Milliarden höher sein als erwartet – und damit um 28 Milliarden höher als im Vorjahr. Als Grund führt das DIW vor allem die gute Arbeitsmarktlage an, die für höhere Einnahmen bei der Lohnsteuer sorgt.

Einer Schätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge werden die Steuereinnahmen des deutschen Staates für 2015 knapp 672 Milliarden Euro betragen – das sind fast 28 Milliarden mehr als im vergangenen Jahr. Eine amtliche Schätzung vom Mai war noch von einem Minus von fünf Milliarden ausgegangen. Die Mehreinnahmen dürften dabei vor allem auf ein Plus bei der Lohnsteuer zurückzuführen sein.

Mehr Steuereinnahmen bei Lohn- und Mehrwertsteuer

Finanzexpertin Kristina van Deuverden vom DIW erklärt die gestiegenen Einnahmen vor allem mit der guten Lage am Arbeitsmarkt: „Weil Beschäftigung und Löhne weiter zulegen, nehmen die Lohnsteuereinnahmen zu“. Durch steigende Einkommen seien die Menschen zudem auch konsumfreudiger, was sich für den Staat in höheren Einnahmen bei der Mehrwertsteuer bemerkbar mache. Auch bei Abgeltungsteuer und Körperschaftsteuer ist für den Staat ein Plus an Steuereinnahmen zu verzeichnen, diese Überschüsse kommen vor allem Bund und Ländern zugute. Sie könnten laut Einschätzung von van Deuverden dafür eingesetzt werden, auf aktuelle Herausforderungen wie die steigenden Flüchtlingszahlen zu reagieren.

Weiterer Anstieg für 2016 zu erwarten

Für das kommende Jahr prognostiziert das DIW Steuereinnahmen von knapp 690 Milliarden Euro und damit einen weiteren Anstieg um 18 Milliarden gegenüber 2015. Damit unterschreitet das DIW allerdings die amtliche Schätzung vom Mai um knapp zwei Milliarden. Als einen Grund hierfür nennt das Institut, dass die Politik die Steuerzahler stärker entlasten will. So wurden zum Beispiel der Grundfreibetrag und der Kinderfreibetrag erhöht – in der Schätzung vom Mai war dieser Umstand nicht berücksichtigt. Die nächste offizielle Schätzung der Steuereinnahmen, die als Grundlage für die weiteren Haushaltsplanungen des Bundes dienen wird, findet im November statt.

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