Dobrindt erhebt Manipulations-Vorwürfe gegen Audi

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.06.2017

Die Schlagzeilen um manipulierte Abgaswerte bei Europas größtem Autobauer nehmen kein Ende. Auch gegen die VW-Tochter Audi erhebt Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nun schwere Vorwürfe. Das Unternehmen soll manipulierte Software zur Reduktion des Abgasausstoßes verwendet haben, wenn das Auto auf dem Prüfstand war. Bislang wurde Audi keine unzulässige Einrichtung nachgewiesen, doch müssten jetzt 24.000 Fahrzeuge zurückgerufen werden.

Der Diesel-Skandal um Volkswagen hält nun doch wieder bei Audi Einzug. Dem Tochterunternehmen konnten bislang keine illegalen Abschalteinrichtungen nachgewiesen werden – nun erfolgt der Rückruf für 24.000 Fahrzeuge. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erhebt schwere Vorwürfe, das Unternehmen hätte mit unzulässiger Software den Abgasausstoß reduziert, sobald eine Prüfsituation erkannt worden sei.

Kein Ende im „Dieselgate“

Mitte der Woche sind bei den Modellen Audi A7 und A8, mit V8- sowie V6-Motoren und aus den Baujahren 2009 bis 2013, Auffälligkeiten bekannt geworden. Diese drehen sich um den Ausstoß von Stickoxid-Gasen (NOx), die im Verdacht stehen, Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Schäden zu verursachen. Audi sieht sich ab Juli mit dem Rückruf von 24.000 Oberklasse-Fahrzeugen konfrontiert, 14.000 in Deutschland, der Rest in anderen Euro-Staaten. VW macht derweil mit seiner Umrüstung Fortschritte.

Diesen Donnerstag gab es diesbezüglich ein Gespräch von Verkehrsminister und VW-Chef Matthias Müller, der einen „betroffenen Eindruck“ gemacht habe. Noch im März dieses Jahres hatte Audi-Chef Rupert Stadle auf der Jahrespressekonferenz verlauten lassen, dass Audi angesichts der Dieselaffäre alles auf den Prüfstand stelle und die Aufarbeitung „noch lange nicht abgeschlossen“ sei. Zudem versichert der kürzlich bis 2022 verlängerte Chef, dass der Autobauer alles unternehme, damit „so etwas wie die Dieselaffäre bei uns nie wieder passiert.“

Audi auf dem Prüfstand

Volkswagen und Tochter Audi mussten in einem milliardenschweren Vergleich vor der US-Justiz einräumen, in den Staaten mehr als 83.000 Fahrzeuge mit Audi-Dieselmotor und illegaler Software verkauft zu haben. Das Verfahren um die manipulierten Diesel hatte Audi letztes Jahr rund 1,86 Milliarden Euro gekostet. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Verfahren „gegen unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung" eingeleitet. Während der Jahrespressekonferenz im März wurden massive Durchsuchungen bei der Zentrale, einigen Standorten und Wohnungen von Mitarbeitern durchgeführt, um die Umstände der Verwendung illegaler Software zu klären.

Kurz nach Bekanntwerden des sogenannten „Dieselgates“ hatte der Verkehrsminister die „Untersuchungskommission Volkswagen“ eingesetzt. Seit September 2015 bewerteten Experten aus dem Bundesverkehrsministeriums und dem Kraftfahrt-Bundesamt unter wissenschaftlicher Begleitung die Auswirkungen. Eine weitere Aufgabe bestand in der Überprüfung der Verwendung von Abgas-Abschalteinrichtungen bei anderen Autoherstellern.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Abschaffung der Abgeltungssteuer: Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) warnt vor der Abschaffung der Abgeltungssteuer. Zur Entdeckung von Steuersündern könne es laut ihm dann nur noch „zufällig“ kommen.
  • Brexit kostet Deutschland: Die Bundesregierung erwartet infolge des Brexit eine Belastung von etwa 6,3 Milliarden Euro. Leiden müssten einer Studie zufolge vor allem Autobranche, Pharmahersteller und Maschinenbauer.
  • Ärger über IWF: Ob der IWF sich an dem Rettungsprogramm für Griechenland beteiligt, lässt Chefin Lagarde noch offen. Deutschland und Griechenland reagieren einig missgestimmt über die unklare Beteiligung des Internationalen Währungsfonds.

Quellen: Spiegel, Welt

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