Drastischer Gewinneinbruch bei Bundesbank

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.02.2017

Für den Bund gibt es von der Bundesbank sehr viel weniger Geld als erwartet. Präsident Jens Weidmann sprach bereits im Vorfeld von notwendigen Rückstellungen. Diese seien vor allem auf Zinsrisiken und das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückzuführen. Der Gewinn fiel von 3,2 Milliarden auf eine Milliarde Euro und damit auf den niedrigsten Gewinn seit 2012. Für den Bund gibt es jetzt noch 400 Millionen Euro.

Schlechte Nachrichten für den Bund: Mit nur 400 Millionen Euro fällt die Zahlung der Bundesbank weit kleiner aus als erwartet. Dies sei vor allem auf das Programm zum Anleihenkauf der EZB und Zinsrisiken zurückzuführen. Der Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte schon seit einiger Zeit vor mehr Rückstellungen gewarnt. Insgesamt ist der Gewinn auf dem niedrigsten Stand seit 2012 und in diesem Jahr nochmals von 3,2 auf eine Milliarde Euro gefallen.

Schmaler Gewinn für den Bund

Finanzminister Wolfgang Schäuble erhält von der Bundesbank nur noch 400 Millionen Euro für seinen Bundeshaushalt. Geplant hatte die Regierung jedoch mit 2,5 Milliarden Euro. Obwohl das Finanzministerium die schwarze Null damit nicht gefährdet sehe, hat der Steuerzahler wohl mit negativen Auswirkungen zu rechnen: Es muss eine Etatlücke von 2,1 Milliarden Euro kompensiert werden. Schuld an der Gewinndreiteilung seit 2015 sind auch geänderte Regelungen in der Pensionsrückstellung. Für die Wagnisrückstellung wurden von der Bundesbank erstmal 15,4 statt 1,8 Milliarden Euro eingeplant. Dabei handelt es sich um die höchste Risikovorsorge in der Geschichte der Währungshüter.

Nötig sieht die Bundesbank den Schritt aufgrund von Zinsänderungsrisiken der Wertpapiere, die sie beim Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank erworben hat. Im Fall von steigenden Zinsen würden die Kurse der Wertpapiere fallen und selbst kleine Veränderungen zu großen Verlusten führen. Dass die Bank diesem Risiko Tribut zollen müsste, hatte Präsident Weidmann bereits im Vorjahr angekündigt.

Die Anleihen der EZB

Experten hatten mit einer noch höheren Überweisung als noch 2015 gerechnet. In diesem Jahr ließ die EZB große Summen in Staats- und Unternehmensanleihen fließen. Diesen April soll das Volumen um 20 Milliarden auf 60 Milliarden verringert werden. Der Kurs, der die Konjunktur antreiben und die Inflation auf ein gutes Niveau bringen soll, ist jedoch umstritten. Besonders bei der Bundesbank hatte es Kritik gegen die Käufe gegeben, die bei Anleihen von Krisenstaaten problematisch werden könnten.

Bislang ist der Verdienst der EZB jedoch stabil gut. Die gestiegenen Zinseinnahmen ließen den Jahresüberschuss um 111 Millionen auf 1,19 Milliarden Euro steigen. Durch die Verteilung auf die Zentralbanken von 19 Euro-Ländern wird die Bundesbank das größte Stück von Kuchen bekommen. Gemäß dem Kapitaleinsatz entfällt mit 26 Prozent gut ein Viertel auf die deutschen Währungshüter.

Quellen: Handelsblatt.com, Welt.de

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