Düsseldorfer Tabelle: Ab 2018 weniger Unterhalt für Trennungskinder

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.11.2017

Ab dem 01. Januar 2018 tritt die neue „Düsseldorfer Tabelle“ in Kraft. Sie regelt grundsätzlich, wie viel Unterhalt Trennungskindern zusteht. Dabei werden unter anderem das Alter des Kindes und das Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils berücksichtigt. Obwohl die Unterhaltssätze zu Beginn des kommenden Jahres um sechs bis zwölf Euro im Monat ansteigen werden, droht vielen Trennungskindern eine Einbuße beim Unterhalt.

Neben dem Unterhaltssatz hat die neue Düsseldorfer Tabelle auch die Einkommensklassen angepasst. So rutschen viele Unterhaltspflichtige in der ab 2018 gültigen Tabelle in eine deutlich niedrigere Klasse. Dann muss zwar in der Klasse an sich mehr Unterhalt bezahlt werden als noch 2017, die Abstufung der Einkommensklasse hebt diesen Effekt aber fast vollständig auf. In vielen Fällen sollen die Trennungskinder durch die Neuregelung sogar schlechter gestellt sein.

Massive Änderung der Einkommensklassen

Die neue Düsseldorfer Tabelle hat vor allem Auswirkungen, wenn der Unterhaltspflichtige vergleichsweise wenig Geld verdient. Denn die unterste Einkommensgruppe wird von derzeit maximal 1.500 Euro auf ein Nettoeinkommen von 1.900 Euro erhöht. Gleichzeitig steigt der jeweilige Mindestunterhalt der einzelnen Gruppen nur leicht an. Für Kinder der ersten Altersstufe (0 bis 5 Jahre) geht es von 342 auf 348 Euro hinauf. In der zweiten Altersstufe (6 bis 11) werden 399 statt bisher 393 Euro pro Monat fällig. Kinder der dritten Altersstufe (12 bis 17) haben Anspruch auf 467 Euro (bisher 460 Euro).

Verfügt ein Unterhaltspflichtiger derzeit beispielsweise über ein Nettoeinkommen von 2.000 Euro, so muss er für ein dreijähriges Kind bisher mindestens 377 Euro bezahlen. Durch die Herabstufung der Einkommensgruppen sinkt dieser Betrag künftig auf 366 Euro. Selbst bei Spitzenverdienern mit 5.000 Euro Nettomonatseinkommen empfiehlt die neue Düsseldorfer Tabelle eine Herabsenkung von 548 auf 529 Euro für ein vierjähriges Kind.

Kritik von Alleinerziehenden

„Das ist in jedem Fall eine deutliche Verschlechterung für diejenigen, die auf den Unterhalt angewiesen sind“, kritisiert Erika Biehn, Bundesvorsitzende des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter, die neue Regelung. Viele Familien liefen nun Gefahr, in Hartz IV hineinzurutschen, andere kämen aus dieser Situation nun noch schwerer heraus. Hingegen gibt Rechtsanwalt und Familienrechtler Jörn Hauß Entwarnung: „Zu massenhaften Absenkungen des Unterhalts wird es erfahrungsgemäß nicht kommen.“ Denn bei Veränderungen der Sätze von maximal fünf Prozent blieben die alten Beitragszahlungen noch in Kraft – und das treffe auf die meisten Fälle zu.

Quellen: express.de, rp online

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!