Kfz-Versicherung: Durchbruch für Telematik-Tarife?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.05.2015

Kfz-Versicherungstarife, die auf Telematik basieren, haben in Deutschland bislang noch Seltenheitswert. Dies könnte sich demnächst ändern. 2016 will einer der großen Autoversicherer Pay-as-you-drive anbieten. Es ist davon auszugehen, dass dadurch Bewegung in den Markt kommen wird. Insbesondere für Fahranfänger bieten Telematik-Tarife großes Einsparpotenzial.

Deutschlands größter Kfz-Versicherer, die HUK Coburg, plant die Einführung von Telematik-Tarifen im kommenden Jahr. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) wird das System mit einer Blackbox, die das Brems- und Beschleunigungsverhalten sowie die Geschwindigkeit erfasst, derzeit bereits getestet.

Pay-as-you-drive: Fahrweise bestimmt Versicherungsbeitrag

Bei den sogenannten Pay-as-you-drive-Tarifen richtet sich die Höhe des Beitrags nach dem individuellen Fahrverhalten, das durch elektronische Messgeräte im Fahrzeug protokolliert wird. Bei vorausschauender, vorsichtiger Fahrweise sinkt der Versicherungsbeitrag. In Italien, Großbritannien, Irland und den USA sind auf Telematik basierende Tarife bereits seit geraumer Zeit verbreitet. In der Bundesrepublik hat Pay-as-you-drive bislang aber noch Seltenheitswert. Vorreiter war hierzulande die Sparkassen DirektVersicherung, die Anfang 2014 einen auf 1.000 Versicherte limitierten Pay-as-you-drive-Tarif einführte. Im Herbst zog mit der zur Signal Iduna Gruppe gehörenden Sijox Versicherung ein zweiter Anbieter nach. Dieses Angebot richtet sich allerdings ausschließlich an Fahrer unter 30 Jahren.

Datenschutzbedenken bremsen Telematik bislang aus

Grund für das zögerliche Verhalten der deutschen Versicherungsgesellschaften bei auf Telematik basierenden Tarifen sei das Verhalten der Verbraucher hierzulande, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Das Bewusstsein deutscher Verbraucher für Datenschutz sei stärker ausgeprägt als in Italien oder Großbritannien. Trotz Sparpotenzials seien sie nicht so einfach bereit, ihr Fahrverhalten permanent überwachen zu lassen. Wenn nun allerdings der führende Anbieter für Kfz-Versicherungen auf Telematik setzt, könnte die Konkurrenz allerdings nachziehen und ebenfalls Pay-as-you-drive-Tarife anbieten.

Telematik zielt vor allem auf Fahranfänger ab

Auf Nachfrage der „FAZ“ erklärte ein Sprecher der Allianz, die im Segment der Autoversicherung Platz Zwei hinter der HUK Coburg belegt, dass man die Entwicklung intensiv beobachte, vorerst aber noch abwarte. Der Axa-Konzern will nach Informationen des Portals „auto.de“ hingegen bereits einen speziellen Pay-as-you-drive-Tarif für junge Fahrer bis 25 Jahre anbieten. Fahranfänger können am stärksten von Tarifen profitieren, bei denen Telematik zum Einsatz kommt. Bei konventioneller Beitragsberechnung steigen sie nämlich mit der höchsten Schadenfreiheitsklasse 0 ein, für die meist 230 Prozent des Grundbeitrags fällig werden.

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