EEG-Umlage: Verbraucher zahlen Energiewende

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.04.2015

Durch die EEG-Umlage sollen die Kosten für die Energiewende gerecht verteilt werden. Doch aktuelle Zahlen zeigen, dass Verbraucher noch immer draufzahlen. Obwohl im Bundestagswahlkampf sinkende Industrierabatte angekündigt wurden, hat sich bis heute wenig verändert. Noch immer sind viele Unternehmen von der Umlage ausgenommen, wofür private Stromkunden letztendlich die Kosten tragen müssen.

Vor einigen Tagen senkten deutsche Stromversorger erstmals seit 15 Jahren ihre Preise. Dabei gaben die Versorger die gesunkenen Preise an den Strombörsen jedoch kaum an die Verbraucher weiter. Jetzt berichtet tagesschau.de, dass auch die EEG-Umlage für Stromkunden niedriger ausfallen könnte, wenn weniger Industrierabatte gewährt werden würden. Obwohl eine gerechtere Verteilung der Kosten für die Energiewende bereits vor geraumer Zeit angekündigt wurde, hat sich zuletzt nichts verändert.

Mehr Ausnahmen von EEG-Umlage denn je

Aktuelle Zahlen für 2015 zeigen, dass in diesem Jahr so viele Unternehmen von der EEG-Umlage ausgenommen werden, wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr bleiben fast 100 Unternehmen mehr die Kosten für die Umlage erspart. Insgesamt zahlen damit 2015 2.180 Firmen keine EEG-Umlage. Die Zahlen überraschen, da die Bundesregierung eigentlich angekündigt hatte, die Kosten für die Energiewende gerechter verteilen zu wollen. Aus diesem Grund sollten die Ausnahmeregelungen für energieintensive Unternehmen reduziert werden. Zwar wurden die Voraussetzungen Industrierabatte durch die EEG-Reform verschärft, doch in der Praxis wurden Firmen, die zukünftig EEG-Umlage zahlen, müssten per Härtefallregelung dennoch weiter von der Zahlung befreit. Aktuell beträgt die EEG-Umlage 6,17 Cent pro Kilowattstunde.

Verbraucher zahlen Energiewende

Strom stellt für energieintensive Unternehmen einen hohen Kostenfaktor dar. Damit diese Firmen durch die Energiewende und infolgedessen steigenden Strompreisen keinen Wettbewerbsnachteil erleiden, können sie von der EEG-Umlage befreit werden. Die Befreiung bedeutet jedoch, dass Verbraucher und nicht privilegierte Unternehmen eine höhere Umlage für ihren Strom oder Ökostrom zahlen müssen. So wäre eine Umlage für alle ohne Ausnahmen 1,37 Cent günstiger als der aktuelle Aufschlag. Laut Berechnungen von „tagesschau.de“ würde dies für einen durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt einen Unterschied von 60 Euro pro Jahr ausmachen. Bislang bleibt Verbrauchern allerdings nur die Möglichkeit durch einen Stromanbietervergleich und dem Wechsel zu einem günstigeren Versorger bei den Stromkosten zu sparen.

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