Elektroautoprämie hat auch nach einem Jahr noch nicht gezündet

Zuletzt aktualisiert am 28.06.2017

Ein gutes Jahr ist seit der Einführung des staatlichen Kaufanreizes für Elektrofahrzeuge vergangen, doch so recht landen konnte die Subvention nicht. Dabei können Fahrer beim Kauf eines vollelektrischen Autos bis zu 4.000 Euro Umweltbonus einstreichen. Nach elf Monaten waren lediglich 20.600 der möglichen 300.000 Prämien beantragt. Die Abwrackprämie im Jahre 2009 hatte hingegen einen regelrechten Ansturm erlebt.

Es klang so schön: Beim Erwerb eines Elektroautos können Käufer eine Prämie von bis zu 4.000 Euro erhalten. Doch auch ein gutes Jahr nach der Einführung des staatlich subventionierten Kaufanreizes bleibt der Andrang aus. Noch 2009 hatte die Abwrackprämie mit einem Ansturm von sich reden gemacht, der Umweltbonus erzielt nicht annähernd die gleiche Wirkung. Einen Monat vor dem ersten Jahrestag wurden von 300.000 Prämien lediglich 20.600 beantragt.

Kaum genutzter Fördertopf

Laut Gesetz soll im Sommer 2019 Schluss sein mit dem Kaufanreiz für die Autos mit alternativem Antrieb, doch wenn es im gleichen Tempo weitergeht, reicht der Fördertopf noch 15 Jahre. Ganz anders lief es 2009 mit der Abwrackprämie. Die Fördergelder von zwei Millionen Euro waren bereits nach einem halben Jahr erschöpft und kurbelten die Autoproduktion nach Wirtschafts- und Finanzkrise kräftig an. Von den 300.000 möglichen Elektro-Förderungen wurden bis zum 2. Juli nur rund 20.600 beantragt. Käufer können für Plug-In-Hybridwagen, mit Stecker und zusätzlichem Verbrennungsmotor, 3.000 Euro Förderung erhalten, bei vollelektrischen Autos sind es 1.000 Euro mehr. Innerhalb des ersten Jahres haben vor allem Unternehmen das Angebot genutzt und 11.000 Fahrzeuge zugelassen – bei den Privatfahrern waren es nur etwa 9.000.

Bonus kurbelte wenig an

Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Sigmar Gabriel (SPD) haben die Zielvorgabe korrigiert, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu sehen. Zu gering sind die verzeichneten Zahlen. Zum Jahreswechsel waren in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt 34.000 Vollstromer zugelassen, trotz der allgemeinen Ernüchterung ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Bei den Plug-In-Hybriden lässt sich die Zahl aufgrund der statistischen Kopplung mit anderen Hybriden schwer bestimmen, es wird jedoch von einer ähnlichen Ziffer ausgegangen. 

Stefan Bratzel, Chef des Center of Automotive Management (CAM), sieht das Problem nicht in schwächelnder Nachfrage. Die Subvention setze am falschen Punkt an, Probleme lägen in der mangelnden Reichweite und der schwachen Infrastruktur für Elektroautos. Dass Gelder hier nicht eingesetzt wurden, stünde dem Durchbruch der E-Mobilität im Weg. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht hingegen eine „sehr hohe Dynamik“, in der sich der Anteil von E-Wagen-Neuzulassungen in fünf Monaten verdoppelte. In Deutschland sei nun jedes 100. Auto ein Stromer – damit ist es jedoch noch weit entfernt vom Millionen-Ziel für 2020.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Vapiano feiert Börsengang: Bei der Restaurantkette belief sich der Erstkurs der Aktie am Dienstag auf 23,95 Euro. Die Kapitalerhöhung sollte knapp 3,7 Anteile platzieren, der Erlös lag brutto bei circa 85 Millionen Euro.
  • Goldpreis stürzt ab: Innerhalb weniger Minuten fiel der Goldpreis am Montag um rund 1,5 Prozent. Der tiefste Stand seit Mitte Mai wurde laut einiger Händler von einem „Fat-Finger-Trade“ ausgelöst, dem Tippfehler eines Händlers.

Quellen: FAZ, Focus

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