Elterngeld beantragen: So werden Fallstricke vermieden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.01.2019

Elterngeld ist eine bequeme Möglichkeit, den Nachwuchs trotz fehlenden Einkommens zu betreuen. Doch nicht alle Eltern kennen ihre Optionen und füllen den Antrag fehlerhaft aus. Die Folge: Es wird weniger Elterngeld ausgezahlt, als ihnen eigentlich zustände.

Mögliche Fallstricke beim Elterngeld lauern sowohl bei der Wahl des geeigneten Modells als auch bei Faktoren wie Resturlaub, Bonuszahlungen und dem rechtzeitigen Wechsel in die günstigste Steuerklasse.

Verschiedene Varianten des Elterngeldes

Es wird zwischen dem Basiselterngeld, dem Elterngeld Plus und dem Partnerschaftsbonus unterschieden. Rund 65 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens werden beim Basiselterngeld zwölf Monate lang ausgezahlt. Bei Partnern, die sich die Betreuung des Kindes teilen, sind es zwei Monate mehr; ebenso bei Alleinerziehenden. Elterngeld Plus ist eine Option für Freiberufler, Selbstständige und Angestellte in Teilzeit. Bei diesem Modell dürfen sie weiterhin bis zur Hälfte ihres Durchschnittseinkommens verdienen, das vom Elterngeld nicht abgezogen wird. Der Bezug dauert hier 24 Monate, allerdings wird monatlich nur die Hälfte des Elterngeldes ausgezahlt. Arbeiten beide Elternteile 25 bis 30 Stunden pro Woche, gibt es den Partnerschaftsbonus – vier zusätzliche Monate komplettes Elterngeld.
Die Anträge für alle drei Optionen sind recht komplex geworden. Auch können frisch gebackene Eltern nicht immer einschätzen, welche Variante beantragt werden sollte. Als Faustregel gilt: Wer nebenbei arbeiten möchte, sollte das Basiselterngeld außen vor lassen. Denn in diesem Modell wird der Zusatzverdienst von der Auszahlung abgezogen. Elterngeld Plus ist in dem Fall die bessere Wahl.

Urlaub und Bonuszahlung verändern Höhe des Elterngeldes

Ein häufiger Fehler betrifft außerdem ausstehende Urlaubstage. Lässt sich ein Arbeitnehmer in Elternzeit diese auszahlen, wird der Betrag vom Elterngeld abgezogen. Ähnliches gilt für Sonderzahlungen und Boni. Auch, wenn der frisch gebackene Vater Urlaub nimmt, statt das Elterngeld zu beantragen, gehen wertvolle Zahlungen verloren. Und der zu späte Wechsel in die korrekte Steuerklasse bei Verheirateten sorgt für eine geringere Auszahlung, als sie möglich wäre. Beratungsstellen empfehlen frisch gebackenen Eltern, vorab gut zu kalkulieren, welches Modell am besten passt. Der Partnerschaftsbonus beispielsweise ist in der Realität kaum umsetzbar, da selten beide Elternteile vier Monate am Stück jeweils 25 bis 30 Stunden arbeiten. Genau das ist aber die Voraussetzung. Wird sie nicht erfüllt, muss das gezahlte Geld sogar zurücküberwiesen werden.

Quelle: spiegel.de

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