Förderung für energetische Sanierung gekippt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.03.2015

Die Bundesregierung hat die geplante steuerliche Förderung für die energetische Sanierung von Wohngebäuden überraschend gestoppt. Eigentlich sollten rückwirkend ab Januar steuerliche Vorteile für Sanierer gelten. Als Alternative wird nun die geprüft, ob KfW-Programme als Sanierungskredite gestärkt werden können, um die Energieeffizienz in der Bundesrepublik zu erhöhen.

Der eigentlich bereits beschlossene Steuerbonus für die energetische Sanierung von Gebäuden ist von der Bundesregierung überraschend gestoppt worden. Der Nachrichtenagentur dpa liege ein Brief des SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann vor, in dem er seine Fraktionsmitglieder darüber unterrichte, berichtet die „Frankfurter Allgemeine“ (FAZ).

10 bis 25 Prozent der Kosten für energetische Sanierung sollten absetzbar sein

„Über eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung konnte im Koalitionsausschuss keine Einigung erzielt werden“, schreibt Oppermann demnach. Erst im Dezember hatten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder darauf geeinigt, durch Steuervorteile das Energiesparen beim Austausch von Fenstern und Heizkesseln sowie bei Dämmvorhaben voranzutreiben. Hausbesitzer, die eine energetische Sanierung vornehmen, sollten demnach rückwirkend ab Januar 2015 10 bis 25 Prozent der Sanierungskosten von der Steuer absetzen können. Bund und Länder wollten insgesamt etwa eine Milliarde Euro pro Jahr in die Gebäudesanierungsförderung stecken.

Steuereinnahmen durch Förderung für energetische Sanierung

In Kombination mit den derzeit sehr günstigen Konditionen für Baufinanzierungen und dem vereinfachten Zugang zu KfW-Förderungen hätte der Gebäudesanierungsbonus einen wichtigen Schritt in Richtung Energieeffizienz einleiten können. Die Kanzlerin, die mehrfach die Bedeutsamkeit der energetischen Sanierung betont hatte, hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass das Förderprogramm auch den Steuerkassen zugutekäme. „Wir haben so oft vorgerechnet, dass durch die Mehrwertsteuereinnahmen mehr in die Kasse kommt, als die Ausfälle im steuerlichen Bereich sind“, sagte Merkel noch im Januar. Nach Informationen Oppermanns soll nun das Wirtschaftsministerium prüfen, ob alternativ die Zuschussprogramme der KfW-Bank erhöht werden können.

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