Energie durch Schnee: Kommt bald das ungewöhnliche Strom-Modell?

Zuletzt aktualisiert am 12.06.2019

Eine per 3D-Drucker hergestellte Silikonmatte soll dabei helfen, Strom aus Schnee zu gewinnen. Das funktioniert, indem elektrische Spannung erzeugt wird. Aktuell steckt die Idee aber noch in den Kinderschuhen.

Während die Erfinder der Matte durchaus große Potenziale sehen, werden auch kritische Stimmen laut. So seien die erzeugten Mengen Strom durch die Matte deutlich geringer als bei vergleichbaren Modellen der Stromgewinnung und würden sich vermutlich langfristig nicht durchsetzen.

Reibungselektrizität durch Schneeflocken

Erneuerbare Energien sind aktuell nicht nur aufgrund des Klimawandels überall ein Thema. Ob Windrad, Wasserrad oder Solaranlage: Rund ein Drittel der gesamten, deutschlandweiten Stromerzeugung basiert auf umweltfreundlichen Methoden der Energiegewinnung. Das Bundeswirtschaftsministerium stellte fest, dass dieser Anteil stetig zunimmt.

Ein weiteres Modell kommt da genau richtig: jenes von zwei kalifornischen Wissenschaftlern der Universität UCLA, das aus Schnee Strom gewinnen soll. Maher El-Kady und Richard Kaner stecken hinter dem Modell, das auf einer kleinen Matte aus Silikon beruht. Der Hintergrund: Fallende Schneeflocken verfügen über eine elektrische Ladung, die durch die Umwandlung der Wassermoleküle in Schneeflocken auf der Oberfläche entsteht.

Wissenschaftler fanden bislang keine Möglichkeit, aus dieser Ladung Strom zu erzeugen. Das neue Modell aber sorgt dafür, dass der Schnee aufgrund seiner positiven Ladung bei El-Kadys und Kaners Matte mit negativer Ladung eine Spannung erzeugt. Dieser Effekt beruht auf dem Prinzip der so genannten „Reibungselektrizität“.

Aktuelle Leistung der Matte zu gering

Kritiker sind noch nicht begeistert von der stromerzeugenden Silikonmatte. Zwar könne sie vielleicht eines Tages in arktischen Gebieten von Relevanz sein, doch sei es unbedingt erforderlich, die Technik auszubauen. Ob und wie das möglich ist – daran zweifeln Experten. Aktuell würde ein Quadratmeter der Silikonmatte etwa 0,2 Milliwatt Strom erzeugen.

Zum Vergleich: Die gleiche Fläche an Solarzellen schafft 100 Watt und damit das 500.000-fache; daher wird ihr als eine der beliebtesten Erzeugungsarten für Ökostrom wohl vorläufig nicht der Rang abgelaufen. El-Kady und Kaner verteidigten ihr Modell hingegen und nannten es durchaus ausbaufähig. Wenn an Struktur und Modus gearbeitet werden würde, profitierten vermutlich bald mobile Wetterstationen oder kleine Elektrogeräte, welche die Matte als eine Art Akku nutzen könnten. Auch ein alleiniger Einsatz als Wetterstation sei bei der Silikonmatte durchaus denkbar.

Quelle: stern.de

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