Eon: Historischer Verlust von 16 Milliarden Euro

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.03.2017

Es ist der größte Verlust der Firmengeschichte: Energieversorger Eon gab den horrenden Fehlbetrag von 16 Milliarden Euro bekannt. Nun sollen 1.300 Stellen gestrichen und die Dividende halbiert werden. Verantwortlich für die Bilanz sind die erneuerbaren Energien, die Großhandelspreise drücken, teure Abschreibungen auf die Tochter Uniper und Zahlungen an den Atomfonds.

Das im vergangenen Jahr Einbußen zu beklagen waren, stand beim Stromanbieter Eon außer Frage. Nun liegt die Summe schwarz auf weiß vor und zeigt den größten Verlust der Unternehmensgeschichte. Die Gründe für das Rekordminus von 16 Milliarden Euro liegen in den Großhandelspreisen, die von den erneuerbaren Energien gedrückt werden, sowie in den Zahlungen für den Atomfonds und die Abschreibungen der Tochter Uniper. Mit der Halbierung der Dividende und Streichung von 1.300 Stellen wird die Bilanz enorme Folgen haben.

Energieriese in der Krise

Experten hatten bereits mit hohen Verlusten gerechnet. Die Deutsche Bank ging jüngst von gut zwölf, pessimistische Analysten von vierzehn Milliarden Euro aus. Der tatsächliche Nettoverlust von 16 Milliarden hat die Erwartungen weit übertroffen. Insbesondere die Aufspaltung des Unternehmens im vergangenen Jahr belastete den Versorger. Eon-Chef Johannes Teyssen bündelte die Gas- und Kohlewerke in der Tochter Uniper und ging im September an die Börse. Sowohl für die dafür fällig werdenden Abschreibungen als auch die Zahlungen in den staatlichen Atom-Fonds zur Entsorgung mussten Milliarden entrichtet werden.

Teyssen befand die Neuausrichtung als abgeschlossen und sieht nach dem Übergangsjahr den Weg in die neue Energiewelt freigeworden. Nun soll sich Eon auf seine Kernkompetenzen konzentrieren können: Kundenlösungen, Versorgungsnetz und erneuerbare Energien. Insgesamt verdiente Eon vor Zinsen sowie Steuern 3,1 Milliarden und damit dreizehn Prozent weniger als im Vorjahr. Die Nettoverschuldung stieg um fünf Milliarden auf 26,3 Milliarden Euro. Für die Aktionäre sinkt die Dividende von 50 auf 21 Cent spürbar, jedoch soll diese 2017 wieder auf 30 Cent angehoben werden.

Die nahe Zukunft des Energiekonzerns

Das Sparprogramm „Phoenix“ soll nun die jährlichen Kosten um 400 Millionen drücken. Zu diesem Zweck muss Eon 1.300 Stellen, 1.000 allein in Deutschland, streichen. Bei der Zahl der aktuell Beschäftigten von 43.000 entspricht das mehr als drei Prozent. Die Kohle- und Gaswerke leiden seit Jahren massiv unter der Energiewende und den politisch geförderten Öko-Strom-Varianten. Zumeist kostet der Betrieb sehr viel mehr Geld, als der erzeugte Strom einbringt. Eon reiht sich mit der Problematik in prominenter Gesellschaft ein. Gerade erst hatte auch der größte deutsche Stromversorger RWE schwere Verluste bekanntgeben müssen.

Quellen: Handelsblatt, Süddeutsche

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