Erfolg der Frauenquote steht noch aus

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.01.2017

Laut einer jüngst veröffentlichten Auswertung der Beratungsfirma EY bleiben Führungsgremien von börsennotierten Unternehmen weiterhin von Männern dominiert - und das trotz Frauenquote. Nur etwa 24 Prozent der Gremien von 160 börsennotierten Firmen aus Dax, MDax, SDax und TecDax seien von Frauen besetzt. Gegenüber dem letzten Jahr ist das ein Zuwachs von sechs Stellen. Insgesamt gibt es 45 weibliche Vorstände, die 630 männlichen Vorständen gegenüberstehen.

Insgesamt besteht also einen Frauenanteil von 6,7 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 5,9 Prozent, im Jahr davor 5,2 Prozent. Laut den Berechnungen der Beratungsfirma würde es bei einer weiteren Entwicklung dieser Art noch 30 Jahre dauern, bis die erklärte Frauenquote von einem Drittel erreicht wird. Von den 160 Unternehmen werden nur drei (RTL, HHLA, Medigene) von Frauen geführt. In Aufsichtsräten ist der Anteil allerdings viel höher - bei den DAX-Konzernen überschritt er bereits die 30-Prozent-Marke.

Die Auslegung des Gesetzes betrifft Vorstände nicht

Das Gesetz der Frauenquote verpflichtet seit dem 1. Januar 2016 101 börsennotierte Firmen dazu, ihre Aufsichtsräte so neu zu besetzen, dass mindestens 30 Prozent der Posten von Frauen bekleidet werden. Die Quote gilt allerdings nicht für Vorstände, jedoch sollen die Aufsichtsräte ebenfalls ein Vorbild für die Besetzung dieser Stellen darstellen. EY gab an, dass die Entwicklung in den Aufsichtsräten ein klares Zeichen dafür ist, dass es keine Frage des Könnens einer Frau, sondern des Wollens der Unternehmen sei, ob die Stellen weiblich besetzt werden. Außerdem gäbe es Nachweise darüber, dass gemischte Teams bessere Leistungen bringen.

Frauenquote im öffentlichen Dienst stößt auf Proteste

In Nordrhein-Westfalen wurde zum 1. Januar 2017 die Frauenquote, die nur für Kommunal- und Landesbeamten galt, auf alle Tarifbeschäftigten in Rathäusern, Sparkassen und städtische Unternehmen ausgeweitet. Schon bei der ursprünglichen Regelung klagten einige Beschäftigte gegen das Land, da sie ihre Stellen in Gefahr sahen. Außerdem beobachteten Arbeitgeber eine starke Demotivation. Frauen sollen laut dem Gesetz Männern vorgezogen werden, wenn sie eine „im Wesentlichen gleiche Eignung“ besitzen. Diese Auslegung wurde bereits von fünf Verwaltungsgerichten als verfassungswidrig eingestuft, da sie zu schwammig formuliert sei und nicht dem Leistungsgrundsatz entspreche.

Quellen: Manager Magazin, Westfalenpost

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