Neue Bundesbankergebnisse - weniger Investitionsmut

Zuletzt aktualisiert am 17.07.2019

Im ersten Quartal 2019 ist die Durchschnittssumme an Vermögen eines Deutschen stark angestiegen. Im Schnitt kommt dieser nun auf 74.000 Euro.

Das Problem dabei: Das Geld wird oft nicht gewinnbringend angelegt.

Viele Anleger belassen einen Großteil des Vermögens auf einem Sparkonto oder behalten es sogar in Form von Bargeld. In Hinblick auf Aktien und Fonds sinkt allerdings die Investitionsbereitschaft. Zu Unrecht, wie die Kursgewinne zeigen.

Durchschnittliches Vermögen

6,17 Billionen Euro – das ist die Summe des Geldvermögens in Deutschland, wie die Deutsche Bundesbank nun in Hinblick auf das erste Quartal 2019 bekanntgab. Das bedeutet eine drastische Erhöhung um 153 Milliarden Euro oder umgerechnet 2,6 Prozent. Bei rund 83 Millionen Einwohnern ergeben 6,17 Billionen Euro einen durchschnittlichen Betrag von 74.000 Euro.

Das Perfide daran: Der Großteil des Geldes wird wenig sinnvoll und kaum gewinnbringend angelegt. Trotz der niedrigen oder sogar überhaupt nicht vorhandenen Zinsen setzen die Deutschen nach wie vor vorzugsweise auf das klassische Sparkonto: Tagesgeld oder Festgeld heißt die Devise.

Ein Großteil des Vermögens befindet sich auch als Bargeld im Besitz. In diese beiden Bereiche fallen ganze 40 Prozent des Vermögens, das somit etwa 2,5 Billionen Euro entspricht.

Aktien für Anleger gewinnbringend

Das vermeintliche Risiko, in Aktien oder Fonds zu investieren, sorgt dafür, dass nur fünf Prozent des gesamten Vermögens dort angesiedelt sind. Allerdings sind die Gewinne im ersten Quartal deutlich höher ausgefallen als jene durch das Ansparen von Geld auf einem Tages- oder Festgeldkonto; Erträge von rund 30 Milliarden Euro sprechen für sich und ergeben ein Plus von zehn Prozent.

Da ist verwunderlich, warum nur ein verschwindend geringer Anteil der Ersparnisse in Aktien oder Fonds angelegt wird. Neben den Angaben über das gestiegene Geldvermögen in Deutschland zog die Deutsche Bundesbank auch in Hinblick auf Kredite ein aktuelles Fazit. Das steigende Interesse an der Finanzierung von eigenem Wohnraum und die Niedrigzinsen sorgen für Kredite mit Gesamtschulden von rund 1,8 Billionen Euro.

Doch im Vergleich zum Vermögen steigt die Verschuldung nur langsam. Daher kann selbst unter Berücksichtigung laufender Kredite von einem Geldvermögen von insgesamt 4,4 Billionen Euro ausgegangen werden.

Quelle: faz.net

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