Erste Banken mit Gebühren außerhalb der Geschäftszeiten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.04.2017

Wenn Geldabheben nach Feierabend auf einmal Geld kostet, dann stößt das im Allgemeinen auf wenig Gegenliebe. Diese Erfahrung machen jetzt auch drei Volks- und Raiffeisenbanken in Hessen, die je nach Tageszeit Entgelte zum Abheben an ihren Geldautomaten verlangen. Verbraucherschützer kritisieren die Zuzahlung, die bei den Banken nach Geschäftsschluss und bei einer Bank auch in der Zeit zwischen 13 und 14 Uhr erfolgt.

Beim Abheben von den Geldautomaten der Hausbank sollten einige Kunden zunächst ein Blick auf die Uhr werfen. Nach Geschäftsschluss verlangen drei hessische Volks- und Raiffeisenbanken ein Entgelt zum Abheben, eine von ihnen fordert dies auch in der Zeit zwischen 13 und 14 Uhr. Seitens der Kunden und Verbraucherschützer stößt die Zuzahlung auf Kritik.

Gebührentrend zieht an

Das Finanzportal Biallo fand bei einer Untersuchung der fast 1000 Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland die erfindungsreiche Gebühr für Girokonten. Horst Biallo, der Gründer des Portals, vermutet, dass Kunden nach Geschäftsschluss zur Kasse gebeten werden, da sie um diese Zeit am häufigsten Geld abheben.

Die Frankfurter Volksbank und die Raiffeisenbank Oberursel begründeten die Erhebung mit höheren Sicherheitskosten und den Tarifmodellen. Eine Gebühr für die Mittagspause gibt es derweil bei der Raiffeisenbank Offenbach/Bieber.

Vor zwei Wochen hatte Biallo den Trend bereits bei 43 der 400 Sparkassen bestätigt. Während 20 der Sparkassen noch bis zu fünf Abhebungen ohne Zuzahlung gestatten, erhebt der Rest bereits beim ersten Mal eine Gebühr von 30 bis 50 Cent. Die Untersuchung der Volks- und Raiffeisenbank ergab nun, dass mehr als 160 der knapp 1.000 Institute Gebühren zwischen fünf Cent und knapp über einem Euro erheben – mehr als die Hälfte bereits beim ersten Mal.

Kritik an mangelnder Transparenz

Biallo kritisiert die Intransparenz bei den untersuchten Instituten, von denen ein gutes Drittel kein ausreichendes Preisverzeichnis anbiete. Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken erklärte zwar, dass jede Mitgliedsbank mindestens ein gebührenfreies Modell anbiete, doch widerspricht die Untersuchung diesem Statement. Der Gründer des Portals bemängelte die fehlenden Möglichkeiten zum Ausweichen auf Konten ohne Abhebegebühr und Anzeigen zur Gebühr.

Verbraucherschützer prüfen jetzt die Gebühren zum Geldabheben. Eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor Abmahnung und gerichtlicher Klärung, sollten sich die Informationen als irreführend herausstellen oder Kunden wesentlich benachteiligt werden. Auch der Bundesverband der Verbraucherzentrale will die rechtliche Zulässigkeit der Entgelte prüfen. Die grundsätzliche Erhebung sei gesetzlich nicht ausgeschlossen, doch die einzelne Handhabung strittig. Das Abheben sei ein Kernbestandteil für Konten und sollte neben den Kontoführungsgebühren keine zusätzlichen Kosten erzeugen.

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Quellen: Süddeutsche, Focus

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