Erstmals Pfandbrief mit negativer Rendite verkauft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.03.2016

Als erste Bank hat die Berlin Hyp einen Pfandbrief herausgegeben, bei dem die Investoren mit einer negativen Rendite rechnen müssen. Bislang waren es nur Staaten, die Anleihen mit Minusrenditen ausgaben. Nun zeigt die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank weitere Auswirkungen für private Anleger.

Wie „Spiegel Online“ berichtet, wurde zum ersten Mal ein Pfandbrief verkauft, bei dem die Rendite für die Investoren negativ ausfällt. Hintergrund ist die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die vielfach zu Negativzinsen führt.

Pfandbrief mit möglichem Verlust für Investoren

Bei dem von der Berlin Hyp ausgegebenen Pfandbrief handelt es sich um einen Schuldschein mit dreijähriger Laufzeit, der durch Immobilien gedeckt ist. Die Zinszahlung der Bank liegt bei null Prozent. Durch einen hohen Ausgabepreis bedeutet das für die Investoren eine Rendite von minus 0,162 Prozent und damit einen Verlust, wenn sie das Papier bis zum Ende der Laufzeit behalten.

Damit handelt es sich bei dieser Emission um die erste Anleihe mit negativer Rendite, die von einem nicht staatlichen Gläubiger ausgegeben wurde. Bisher waren es nur Staaten, die Anleihen mit negativer Rendite ausgaben. Auch Deutschland konnte davon profitieren, weil die im Bundeshaushalt deutlich geringere Aufwendungen für Zinszahlungen anfielen. Für Investoren kann diese Form der Geldanlage trotzdem attraktiv sein, wenn sie von weiterhin sinkenden Zinsen ausgehen. Bei einer sicheren Anleihe mit einer Verzinsung von null Prozent ist ein Gewinn möglich, wenn sie zu einem höheren Preis verkauft werden kann.

Negativzinsen in verschiedenen Bereichen

Die Niedrigzinspolitik der EZB bekommen verschiedene Kundengruppen zu spüren. Der Leitzins, den Kreditinstitute zahlen, die sich bei der EZB Geld leihen, liegt seit dem 10. März 2016 bei null Prozent. Wenn Banken dagegen größere Summen bei der EZB lagern, müssen sie bereits seit längerer Zeit Negativzinsen zahlen. Aktuell liegen diese bei minus 0,4 Prozent. Auch wenn Privatkunden bislang noch keine Strafzinsen auf ihre Spareinlagen zahlen müssen, ist dies bei einigen Firmenkunden bereits der Fall. Mit dem Pfandbrief der Berlin Hyp sind die Negativzinsen aber nun auch im Privatkundengeschäft angekommen.

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