EU-Prognose: Deflation und Wirtschaftswachstum

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.02.2015

Eine aktuelle Prognose der EU sagt der Eurozone ein anziehendes Wirtschaftswachstum voraus. Allerdings wird es wohl zumindest zeitweilig zur Deflation kommen. Nach den Prognosen könnten die Verbraucherpreise jedoch schon im kommenden Jahr wieder anziehen, sodass sich die Verhältnisse schnell normalisieren. Für klassische Sparer könnte es jedoch schwierig werden.

Die aktuelle europäische Konjunkturprognose (European Economic Forecast) der EU-Kommission lässt Wirtschafts- und Finanzwelt aufhorchen. Laut den Untersuchungen wird sich das Wirtschaftswachstum in der EU stärker entwickeln, als bisher angenommen. Auch die Entwicklung der deutschen Wirtschaft sehen die Statistiker der EU auf einem immer besseren Weg. 2015 lässt für Aktionäre folglich positive Tendenzen erkennen. Auch Anleger mit klassischen Sparanlagen müssen aufgrund einer leichten Deflation keine starken Wertverluste fürchten. Dies kann sich aller Voraussicht nach 2016 jedoch ändern.

Wirtschaftswachstum der EU zieht an

Für das laufende Jahr 2015 rechnet die EU laut der aktuellen Vorhersage mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Damit verbessern sich die Erwartungen im Vergleich zur letzten Prognose um 0,2 Prozent. Im nächsten Jahr könnte sich die Eurozone wirtschaftlich sogar noch besser entwickeln. Aktuell geht die EU-Kommission für 2016 von einer um 1,9 Prozent wachsenden Konjunktur aus. Für die deutsche Wirtschaft fallen die Prognosen im Vergleich zur gesamteuropäischen Entwicklung sehr ähnlich aus:

  • Prognostiziertes Wirtschaftswachstum in Deutschland 2015: 1,5 Prozent
  • Prognostiziertes Wirtschaftswachstum in Deutschland 2016: 2,0 Prozent

Angesichts der positiven Aussichten dürfen Aktienanleger, Fondssparer und Besitzer eines Depots mit europäischen Werten zuversichtlich gestimmt sein.

Deflation kommt Sparern noch zugute

Neben dem Wirtschaftswachstum erwartet die EU-Kommission jedoch auch, dass die Eurozone dieses Jahr in eine schwache Deflation geraten wird. Um rund 0,1 Prozent sollen die Verbraucherpreise den Prognosen zufolge sinken. Für Verbraucher mit klassischen Sparanlagen würde das bedeuten, dass die niedrigen Zinsen sich bis auf Weiteres nicht allzu negativ auf das Realvermögen auswirken dürften. Wer auf Tagesgeld- oder Festgeld-Anlagen noch ein paar Zinsen bekommt, kann diese als Gewinn verbuchen. Dieses Szenario könnte sich jedoch bereits 2016 drastisch ändern. Dann könnte die Deflation laut der Konjunkturprognose einer moderaten Inflation von 1,3 Prozent weichen. Diese könnte dann die Minizinsen mehr als egalisieren. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, kann mit einem Geldanlage-Vergleich alternative Anlagemöglichkeiten finden und so einem Geldwertverlust durch die Inflation entgegenwirken.

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