EU will der privaten Altersvorsorge mit „Pepp“ nachhelfen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.07.2017

Die Bürger Europas sichern sich aus Sicht der EU-Kommission nicht genügend fürs Alter ab. Mit einem europaweiten Produkt zur Altersvorsorge soll sich das jetzt ändern. Das Vorsorgeprodukt „Pepp“ könnte Sparern mehr Auswahl einräumen und die bestehenden gesetzlichen, betrieblichen und nationalen privaten Produkte ergänzen. Damit verfolgt die Kommission zwei Ziele.

Angesicht der geringen privaten Altersabsicherung europäischer Bürger möchte die EU-Kommission nachhelfen. Das europaweite Vorsorgeprodukt „Pepp“ soll dabei jetzt Abhilfe schaffen. Die Ergänzung zur Altersvorsorge könnte den Kunden mehr Rechte einräumen und sich in die gesetzlichen, betrieblichen und nationalen Privatprodukte einfügen. Mit der Einführung strebt die Kommission zwei Ziele an.

Private Absicherung ergänzen

Die EU-Kommission hat eine europaweite private Altersvorsorge vorgeschlagen. Grund dafür sind die zu geringen Maßnahmen, die europäische Bürger zur Absicherung im Alter ergreifen. Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis sieht darin einen großen Vorteil: "Es wird den Wettbewerb beleben, da mehr Anbieter es auch außerhalb ihres Heimatmarkts vertreiben können". Das Pan European Pension Product, kurz Pepp, wird zu einem EU-Rechtsrahmen für Sparpläne. Gesetzliche, betriebliche und nationale Privatprodukte sollen damit ergänzt werden, sie jedoch nicht vollständig ersetzen.

Die sichere und einfache Wahl für EU-Bürger soll Sparern zumindest das investierte Kapital garantieren. Zunächst müssen die von der Versicherungsaufsicht EIOPA auferlegten Voraussetzungen für die Zulassung des Pepp-Produkts erfüllt werden. Alle fünf Jahre soll es den Kunden möglich sein, bei gedeckelten Kosten den Anbieter zu wechseln und ihren Vertrag auch bei einem Umzug in andere EU-Staaten zu behalten. Bleibt es bei dem Verordnungsentwurf kann das Produkt von Banken, betrieblichen Rentenkassen, Vermögensverwaltern, Versicherungsunternehmen und Wertpapierfirmen angeboten werden, deren Geschäft von neuem Auftrieb profitieren könnte.

Vorteile für beiden Seiten

Einer Studie zufolge werden in der EU derzeit Vorsorgeprodukte in Höhe von 700 Milliarden Euro verwaltet. Laut einer Schätzung der Europäischen Union werde diese Zahl bis zum Jahre 2030 auf 1,4 Billion Euro anwachsen. Mit Hilfe des geplanten Pepp-Programms und den gewährten Steuervorteilen sollen es sogar 2,1 Billion Euro werden. Eine Zustimmung durch die EU-Staaten und das Europäische Parlament steht derweil noch aus. Nach Angaben der Brüsseler Behörde hätten lediglich 27 Prozent der Bürger in der Europäischen Union zwischen 25 und 59 Jahren auch privat fürs Alter vorgesorgt. Deutschland zählt hier mit 40 Prozent der Erwerbstätigen, die eine Riester-Rente zur privaten Vorsorge treffen, noch zu den Vorzeige-Beispielen. Weitaus schlechter fallen die Werte hingegen in Osteuropa aus.

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Quellen: Spiegel, Handelsblatt

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