Euribor-Rechtsstreit: Deutsche Bank zahlt 170 Millionen Dollar

Zuletzt aktualisiert am 14.06.2017

Es ist die nächste historische Strafe für die Deutsche Bank: Im Euribor-Rechtsstreit in den Vereinigten Staaten muss das Geldinstitut eine hohe Vergleichszahlung von 170 Millionen Dollar leisten. Die vorläufige Einigung konnte am Montag mit dem US-Bezirksgericht in Manhattan erzielt werden. Der Deutschen Bank und anderen Geldinstituten wird vorgeworfen, den Referenzzinssatz über Jahre manipuliert zu haben.

Im Euribor-Rechtsstreit konnte am Montag vor dem US-Bezirksgericht von Manhattan eine vorläufige Einigung für die Deutsche Bank erzielt werden. Neben anderen Geldinstituten wird auch der Deutschen Bank vorgeworfen, den Referenzzinssatz über mehrere Jahre manipuliert zu haben. Die Vereinbarung schließt für das Geldinstitut eine weitere historische Strafe ein, bei der eine Vergleichszahlung von rund 170 Millionen Dollar fällig wird.

Die Manipulation des Euribors

Der Rechtsstreit behandelt den Vorwurf einer Manipulation des Euribors. Bei diesem handelt es sich um einen Referenzzinssatz, der die Basis für eine Vielzahl von Geschäften darstellt, die ein gemeinsames Volumen von hunderten Billionen Euro zusammenführen. Der Euribor ist eine wichtige Kennzahl, an der sich die Zinsen für einen Kredit orientieren. Neben der Deutschen Bank sollen auch die Banken Barclays und HSBC den Zinssatz manipuliert haben, um die eigene Stellung zu stärken und von der verbesserten Position zu profitieren. Deutschlands größtes Geldinstitut konnte am Montag nach den anderen beschuldigten Banken eine Einigung erzielen.

Erneute Zahlung für die Deutsche Bank

Das Übereinkommen über 170 Millionen Dollar muss noch von einem Richter genehmigt werden und stellt kein Schuldanerkenntnis der Deutschen Bank dar. Für die Banken Barclays und HSBC ging es mit Zahlungen von jeweils 94 und 45 Millionen Dollar vergleichsweise glimpflich aus. Im Falle der Deutschen Bank handelt es sich nicht um die erste Strafe in Verhandlungen um Zinsmanipulationen. Im Zuge eines Vergleichs mit den Regulierern in den Vereinigten Staaten und Großbritannien mussten die Altlasten aus Rechtsstreitigkeiten mit einer Zahlung von mehr als zwei Milliarden Dollar bereinigt werden. Für umstrittene Hypotheken-Geschäfte musste die Deutsche Bank insgesamt 7,2 Milliarden Dollar zahlen und auch die Ermittlungen um die Geldwäsche-Vorwürfe in Russland handelten dem größten deutschen Geldinstitut eine mehrere hundert Millionen Euro hohe Strafe ein.

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Quellen: Handelsblatt, Manager-Magazin

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