Euro-Zone: Inflation bleibt weiter niedrig

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.08.2017

Frankreich, Spanien, Österreich, Deutschland – in der Eurozone gibt es viele Länder, in denen es so gut läuft wie seit Jahren nicht mehr. Der Aufschwung bringt mit der schwachen Inflation jedoch ein wirtschaftliches Problem. Auch im Juli bleibt die Preisentwicklung mit 1,3 Prozent hinter der Zielmarke zurück. Bevor diese allerdings nicht stabil erreicht wird, will die Europäischen Zentralbank der lockeren Geldpolitik treu bleiben.

Es geht bergauf in der gesamten Eurozone und vielen Ländern geht es so gut wie seit Jahren nicht. Der wirtschaftliche Aufschwung in Spanien, Deutschland und anderen Staaten bringt jedoch ein Problem mit sich. Die Inflation zeigt sich auch im Juli schwach und bleibt mit 1,3 Prozent unter der angestrebten Marke der Europäischen Zentralbank. Diese will derweil nicht von der lockeren Geldpolitik abrücken, wenn die Zielmarke nicht stabil erreicht wird.

Unverändert niedrige Inflation

Wie schon im Juni zeigt sich die Teuerungsrate schwach. Eurostat teilte in einer Schnellschätzung für den Juli mit, dass die Inflation im Euro-Raum bei 1,3 Prozent lag. Die erklärte Zielmarke der Europäische Zentralbank von zwei Prozent wurde damit erneut verfehlt. Noch im Mai hatte die Inflationsrate 1,4 Prozent betragen. Um 0,1 Prozent auf 1,3 gestiegen ist hingegen die Kernteuerung, die Komponenten wie Energie auslässt, die als besonders schwankungsanfällig gelten. Diese verteuerte sich mit 2,2 Prozent etwas stärker, unverarbeitete Lebensmittel kosteten nur 0,6 Prozent mehr und Dienstleistungen zeigten mit 1,5 Prozent einen niedrigeren Preisaufschlag als zuletzt. Unter Volkswirten gilt die Kerninflation als verlässliches Werkzeug zur Ermittlung des Preisauftriebs und auch die EZB maß der Kerngröße jüngst mehr Bedeutung bei.

Europäische Zentralbank bleibt Kurs treu

In Spanien und Deutschland stiegen die Preise im Juli überraschend kräftig um 1,7 Prozent. Besonders der Euro-Kurs, der seit Jahresbeginn um 11,6 Prozent gewann, hatte sich belastend gezeigt. Auslands-Exporte kommen besonders exportstarke Länder wie Deutschland teuer zu stehen. Von der Europäischen Zentralbank wird derweil eine Inflation von knapp unter zwei Prozent und eine Stabilisierung des Wertes angestrebt, auch wenn die Geldpolitik nicht mehr so expansiv ausfällt. 

Die Notenbank lässt den Leitzins seit geraumer Zeit auf dem Rekordtief von 0 Prozent, um die Finanzierungsbedingungen günstig zu halten. Zusätzlich werden durch die Euro-Wächter Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Monatswert von 60 Milliarden Euro erworben, um Banken zur Kreditvergabe für die Wirtschaft anzuregen. Das bis Dezember veranschlagte Programm hat unlängst zu den Spekulationen geführt, dass die EZB die Käufe im kommenden Jahr schrittweise reduzieren könnte. Auch EZB-Präsident Mario Draghi hat Gespräche über die Zukunft der Wertpapierkäufe in Aussicht gestellt.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Mitwisser in Abgasskandal: Nachdem vor wenigen Tagen bekannt wurde, das Porsche in den Abgasskandal verwickelt sei, wurde nun bekannt, dass das Kraftfahrtbundesamt von den Manipulationen gewusst und Untersuchungsberichte geschönt haben soll.
  • Gestiegene Konsumlaune: Verbraucher in Kauflaune bescherten dem Einzelhandel auch im Juni ein Umsatzplus. Preisbereinigt stiegen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent.
  • Erste Model 3 ausgeliefert: Tesla hat die ersten Model 3 ausgeliefert, mit denen der Markt für Mittelklassefahrzeuge erobert werden soll. Von dem Auto, das etwas 30.000 Euro kostet, sind mehr als eine halbe Million Stück vorbestellt.

Quellen: Handelsblatt, Die Presse

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