Experten warnen vor Gefahr neuer Finanzkrise

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.04.2017

Vor zehn Jahren kam es zur Finanzkrise und die halbe Welt stand vor den Problemen eines finanziellen Abgrundes. Doch trotz des weitläufigen Kollapses, der auch außerhalb der Finanzmärkte großen Schaden verursachte, warnen Experten heute vor dem sorglosen Verhalten der Märkte, Geldinstitute und Politik. Die Verschuldung von Unternehmen und Staaten, aber auch privaten Haushalten steigt weiter und Harvard-Historiker Niall Ferguson diagnostiziert trotz aller Regulierung ein höchst instabiles Finanzsystem.

Die Finanzkrise erschütterte vor zehn Jahren die halbe Welt auch weit über die Grenzen der Finanzmärkte hinaus. Nun sehen Experten wie der Harvard-Historiker Niall Ferguson eine neue Krise aufziehen. Die Sorglosigkeit der Politik, Märkte und Banken würde laut Ferguson trotz aller Regulierung ein höchst instabiles Finanzsystem begünstigen. Neben Unternehmen und Staaten sind auch private Haushalte durch die stetig steigende Verschuldung gefährdet.

Unsichere Zeiten

Während Politik und Finanzmärkte sorglos agieren, sehen führende Historiker und Strategen Zeichen einer neuen Finanzkrise. Insbesondere Niall Ferguson, Historiker an der Elite-Universität Harvard, machte zuletzt mit einer provokanten Diagnose darauf aufmerksam: „Niemand sollte so tun, als ob die Regulierung, die man seit 2008 auf beiden Seiten des Atlantiks geschaffen hat, das Finanzsystem stabiler gemacht hätte“. Zwar würden Geldinstitute nun größere Puffer bilden, doch führt die übermäßige Regulierung auch zu stark verkomplizierten Strukturen im Finanzsystem. An vielen anderen Stellen, wie den Ratingagenturen oder den Derivatenmärkten, stagnieren hingegen die Verhältnisse. Ebenso verhält es sich mit der weiter zunehmenden Verschuldung.
Ein verschärfender Faktor könnte auch US-Präsident Trump sein, welcher der von Obama regulierten Finanzbranche wieder mehr Freiheiten einräumen will.

Wiederholt sich die Krise?

Vor zehn Jahren meldete der Immobilienfinanzierer New Century in den USA Insolvenz an und markierte damit den Startpunkt der damaligen Finanzkrise. Heute stützen sich Geschäfte weltweit wieder auf die Basis hoher Verbindlichkeiten. Außer in Deutschland steigen die Schulden der meisten Länder an.

Die Zeit absoluter Niedrigzinsen haben Unternehmen wie Privathaushalte auch hierzulande genutzt, um Kredite aufzunehmen. Ganz vorne mit dabei sind Autokredite und Verbraucherkredite. Letztere haben zum Beispiel allein in Amerika einen Höchstwert von 3,8 Billionen US-Dollar erreicht. Für Experten wie Ferguson fungiert der hohe Einsatz von Fremdkapital als Beschleuniger – direkt in eine mögliche neue Finanzkrise.

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Quelle: Wallstreet-online, Welt, Focus

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