EZB: Kauf von Staatsanleihen in Milliardenhöhe

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.01.2015

Die Entscheidung war zu erwarten: Die Europäische Zentralbank bringt den Kauf von Staatsanleihen im großen Stil auf den Weg. Der Umfang des Anleihenkaufprogramms der europäischen Notenbank überrascht allerdings. Bis September 2016 sollen monatlich Anleihen und Wertpapiere von Krisenstaaten in Höhe von 60 Milliarden Euro aufgekauft werden.

Nun ist es amtlich: Die Europäische Zentralbank (EZB) wird im großen Stil Staatsanleihen von Krisenstaaten aufkaufen, um die Inflation in der Eurozone anzukurbeln. Wie der Nachrichtensender „n-tv“ berichtet, kündigte EZB-Präsident Mario Draghi bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die letzte EZB-Ratssitzung ein milliardenschweres Anleihenkaufprogramm an.

Maßnahme der Notenbank umfangreicher als erwartet

Die im Fachjargon Quantitative Easing (kurz: QE, auf Deutsch „quantitative Lockerung“) genannte Maßnahme fällt umfangreicher aus, als bislang erwartet: Bis September 2016 will die europäische Notenbank monatlich Staatsanleihen in Höhe von 60 Milliarden Euro ankaufen. Im Vorfeld der EZB-Ratssitzung war nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) spekuliert worden, dass die Notenbank pro Monat Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Wert von 50 Milliarden Euro ankaufen könnte.

Großangelegter Kauf von Staatsanleihen vielfach kritisiert

Das Anleihenkaufprogramm der EZB war im Vorfeld heftig kritisiert worden. Nachdem der Europäische Gerichtshof in Luxemburg die Rettungsmaßnahme kürzlich für rechtmäßig erklärt hatte, war es jedoch nur noch eine Frage der Zeit, bis die Notenbank die Geldpresse in Gang setzen würde. Durch die Erhöhung der Geldmenge hofft die EZB, die derzeit extrem niedrige Inflationsrate wieder in Schwung zu bringen.

Geteilte Meinungen innerhalb der EZB

Auch innerhalb der EZB gehen die Meinungen zum QE-Programm auseinander. Während Präsident Draghi und zahlreiche Vertreter südeuropäischer Staaten das Programm befürworten, lehnen Bundesbankpräsident Jens Weidmann und die deutsche EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger den Anleihenkauf im großen Stil ab. Sie fürchten, die Anleihenkäufe könnten die ohnehin schon niedrigen Zinsen weiter sinken lassen. Infolgedessen könnte der Reformeifer von Krisenstaaten gebremst werden, berichtet die „SZ“. Laut Beschluss des EZB-Rats bleibt der Leitzins weiterhin bei 0,05 Prozent.

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