EZB-Rat: 500-Euro-Schein wird abgeschafft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.05.2016

Der EZB-Rat hat endgültig beschlossen, den 500-Euro-Schein abzuschaffen, um kriminelle Aktivitäten einzudämmen. Allerdings soll der Ausstieg langsam erfolgen und der Schein weiterhin als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Auch ein Umtausch soll unbegrenzt möglich bleiben.

Der EZB-Rat hat entschieden: Der 500-Euro-Schein soll endgültig abgeschafft werden. In seiner Sitzung beschloss das oberste Gremium der Europäischen Zentralbank (EZB), dass die Euro-Banknote mit dem aktuell höchsten Wert ab Ende 2018 nicht mehr ausgegeben werden soll. Die Abschaffung galt bereits im Vorfeld der Sitzung als sehr wahrscheinlich, nun stehen aber auch ihre Modalitäten fest.

Langsamer Ausstieg: 500-Euro-Schein bleibt Zahlungsmittel

Wie der EZB-Rat beschlossen hat, bleibt der 500-Euro-Schein gesetzliches Zahlungsmittel, wird also weiterhin in Geschäften akzeptiert. Außerdem soll ein Umtausch der Scheine bei den nationalen Banken innerhalb der Eurozone zeitlich unbegrenzt möglich sein. Lediglich die Ausgabe der Scheine soll ab Ende 2018 eingestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt werden auch die überarbeiteten 100- und 200-Euro-Scheine vorliegen. Damit hat der EZB-Rat sich für einen langsamen Ausstieg entschieden und sieht davon ab, die 500-Euro-Scheine aktiv aus dem Verkehr zu ziehen.

Im Vorfeld hatte der Rat den Banco-Ausschuss (Banknote Committee) beauftragt, die voraussichtlichen Kosten der Abschaffung zu ermitteln. Der Ausschuss hatte mit Kosten von rund 500 Millionen Euro gerechnet, durch die Entscheidung für eine langsame Verringerung des Umlaufs dürfte die Abschaffung nun aber deutlich günstiger werden. Hauptmotiv für das Ende des Scheins ist die Eindämmung krimineller Aktivitäten.

EZB-Rat bestätigt: Bargeld wird nicht abgeschafft

Im Zusammenhang mit der beschlossenen Abschaffung erklärte die EZB auch, dass die anderen Stückelungen der Euro-Banknoten erhalten bleiben sollen. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele, der die Pläne des EZB-Rats im Vorfeld kritisiert hatte, zeigte sich erfreut über diese Aussage: „Die zweite Banknotenserie wird zwar von derzeit sieben auf dann sechs Stückelungen reduziert, jedoch bedeutet der Ausgabestopp für die 500-Euro-Banknote keinen Einstieg in die Abschaffung des Bargeldes“, erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Quelle: Welt

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